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Die letzten Tage habe ich mehrfach genutzt, um über Qatar zu sinnieren. Ich habe mich gefragt, welche Eigenschaften diesen kleinen, aber zunehmend selbstbewusster auftretenden, Staat auszeichnet und was andere Menschen darüber wohl denken. Ich habe dazu  verschiedene Menschen befragt, immer wenn sich dazu die Gelegenheit ergeben hat. Herausgekommen ist dabei eine Liste der verschiedensten Meinungen. (Die Meinungen repräsentieren nicht immer meine Ansicht. Ich möchte diese aber an dieser Stelle teilen. Inhaltlich redundante Beiträge habe ich gestrichen):

– Eine kleine Oase in der Staubwüste
– Das Eldorado für Architekten
– Ein Kompromiss zwischen Orient und Okzident
– Stadtentwicklung auf Steroiden
– Das Potential als Kit der arabischen Welt
– Der erste Versuch der Nachhaltigkeit eines Ölstaates
– David gegen Goliath
– Gesellschaftliches Experiment
– Ein Landcruiser Testparcour
– Moderner Schmelztiegel der Kulturen
– Ein neues Singapur im Inkubator
– Ein unechtes Bild von Fortschritt
– Einkaufszentrum am persischen Golf
– Drittwohnsitz für schwerreiche Expats
– Arbeitslager für Südasiaten
– Ein großer Unicampus mit Tankstelle
– Eine braune Staubschüssel
– Ein ehrgeiziges Land
– Ein zukünftiger globaler Spieler
– Altersresidenz für Beduinen
– Actionsportparadies
– Dubai vor 15 Jahren
– Klondike der Neuzeit
– Medienzentrum der arabischen Welt
– Klein Kerala
– Permanente Autoshow
– U Turn Paradise
– Mehr Kreisverkehre als in Frankreich
– Drive-In für Alles
– Eine riesige Chance

Auch wenn Qatar ein junges Land ist, gibt es eine Reihe von Traditionen, die mir bewahrenswert scheinen. Auch wenn diese scheinbar lediglich eine folkloristische Kulisse darstellen, bieten sie für mich einen Schlüssel im Verständnis der qatarischen Kultur. So ist die Beziehung zum Meer als Einnahmequelle (Perlen) auch heute noch wichtig (Gas). Die Wurzeln in der Beduinenkultur erklären vielleicht die Vorlieben der modernen Wüstenschiffe (Landcruiser, Patrol & Co.) als Ersatz für Kamele. Und der frühe Handel mit Indien erklärt vielleicht die hohe Affinität für die indische Kultur und die hohe Präsenz der indischstämmigen Bevölkerung.

Für mich bleibt Qatar eine Chance, ein paar der gesellschaftlich drängenden Herausforderungen schneller anzufangen, als es in Europa möglich ist. Bei aller internationaler Kritik an Qatar, darf man auch anerkennend auf die Entwicklung der letzten hundert Jahre schauen. Europa hat dafür viele Jahrhunderte mehr gebraucht. Mit dem Ehrgeiz der jetzigen Regierung, könnte Qatar tatsächlich zu einem Vorbild für viele Staaten werden. Zumindest in der Region, vielleicht darüber hinaus. Es wäre Qatar zu gönnen.

Ich empfehle hier, sich eine eigene Meinung zu bilden, und nicht so sehr der Volksmeinung zu folgen. Es scheint mir, dass diese oft am sprichwörtlichen Jägerzaun endet. Ich denke, wer neugierig bleibt ist im Vorteil.

A few example-photos from Abu Dhabi, Dubai, Sharjah and Ras al Khaiman. Missing are Ajman, Al Ain, And Fujairah. Together, these emirates form the United arab emirates with its administration residing in Abu Dhabi.



The artificial and disneyfied version of an arab souq with the backdrop of Burj Al Arab in Dubai


The Burj Khalifa in Dubai, seen from a yet almost undeveloped neighborhood.

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You have probably heard of Ski-Dubai. Gigantic use of electricity in order to produce snow and cool down the facility to mountainous temperatures all just to allow people to ski in the desert.


View on Sharjah’s skyline from Dubai. This emirate sits just north of Dubai and in fact feels like it already belongs to Dubai.


Good times for crane-producers in a new and chic neighborhood of marina island in Abu Dhabi

20120913-111511.jpgPictured above you can see the Sun-Tower and the Sky-Tower. Also on marina Island


A serene evening scene in the northernmost emirate of Ras Al Khaiman.


The entrance to Musfur Sinkhole appears to be rather small.


But with each step down, it widens and reveals its true size.


The ground is scattered with Rocks from the ceiling and very fine sand.


This is probably the prime spot for bouldering in all of Qatar.


Thus most of the time there are a few motivated climbers around.


The temperature inside is comfortable and soothing.
Very different from the desert climate outside


Only with a reference point you can grasp the cave’s real dimensions

Being outside again and seeing signs of civilization feels surreal after a couple of hours underground.

This natural phenomenon is not secret but to many people in Qatar it is not really known. Hence it is a safe bet if you want to get away from the hustle and bustle of Doha. Unfortunately though, some people started to abuse the walls to apply graffiti. In the case of the so called camel-kiss, a funny and tricky boulder route, it seems funny, but altogether this ruins the unique and pristine appearance of the cave. I ask myself again, how can Qatar raise awareness for its environment? In a country that has only a few dozens of extraordinary natural sites, there is no satisfying explanation to why they are not protected and treated with consideration.

People will always want to leave the city with its countless amenities to see something wild. After having lost a few local species to extinction, like the sand gazelle and the golden jackal, Qatar would do good to at least protect the remaining natural sites.

How to get to Musfur Sinkhole Qatar

Recently a group of people started a project to make unique and authentic offbeat places in Qatar available to the public. It is called offbeat Qatar. Musfur Sinkhole is also featured there. They talk about what to see and what to do there, best way to Musfur Sinkhole and the best time to go. Go and have a look here.

Apart from unexpected signs like the camel one, you can encounter another rare species of road-features in Qatar: Speed-bumps, literally in the middle of the desert. Without any residents interested in protecting their playing children or lowering the traffic noise. Speed-bumps like this scare the crap out of you when you suddenly see them at night without real warning and you have to break hard not to go flying on them. I really wonder who came up with some of the ideas, and why.

What I find funny, is that people tend to drive around these speed-bumps rather than decreasing their speed. Either they don’t care about their car, or they can just afford making these crazy moves.

Camel_crossing

Seriously I have no idea, of why there would be camels crossing the road here. Far from the highways, there are still places to go on a good old fashioned road trip on near deserted roads through the landscape of Qatar.

 

Dieses Wochenende habe ich ausschließlich zur Erholung genutzt. Die letzte Nacht habe ich daher in der Wüste am Strand verbracht. Mit drei Freunden bin ich gestern zeitig aus Doha aufgebrochen, so dass wir unser Camp noch vor Mitternacht beziehen konnten. Ein wenig weg vom Trubel hatten wir unseren privaten halbwegs einsamen Strandabschnitt. Dort haben wir ein leckeres Picknick gegessen und anschließend ein Bad im Meer genommen. Dieses war am Ufer ziemlich warm und bis auf die entstaubende Funktion wenig erfrischend. Wir gingen also weiter ins seichte Wasser, um schließlich herauszufinden, dass das Wasser dort immer wärmer wurde.

Beim Schwimmen konnten wir ein spektakuläres Naturschauspiel beobachten. Jede Bewegung im Wasser löste einen Sturm heller funkenähnlicher Leuchtpunkte aus. Diese wurden durch einzellige Algen ausgelöst, die auf physische Belastung mit Biolumineszenz reagieren. Dabei kommen diese Organismen pro Liter Meerwasser bis zu millionenfach vor.

Die zweite temperaturabhängige Erfahrung war das unmittelbare Erleben thermischer Phänomene. Bei unserer Ankunft herrschte ein steifer auflandiger Wind vor und trotzdem eine stark schweißtreibende Schwüle, die nur aufgrund des Windes aushaltbar war. Ungefähr um 1.00 Uhr morgens herrschte plötzlich Windstille und der Schweiß rann augenblicklich noch stärker als zuvor. Kaum 10 Minuten später trat zunächst eine leichte ablandige Brise auf, die unseren Rücken erfrischte und die Schwüle blitzschnell vertrieb. Es war kühle Luft aus der Wüste hinter uns. Bis etwa vier Uhr morgens konnten wir so sehr angenehm schlafen, bis sich der Wind erneut zu einer feuchtheißen Meeresbrise wandelte. So deutlich habe ich den thermischen Wandel zwischen Tag und Nacht noch nicht erlebt.

Da ich selbst hier noch kein Auto besitze und ein geländetaugliches Allradfahrzeug obligatorisch ist, bleibt mir ein Ausflug tiefer in die Dünenlandschaft, die im Süden Qatars eine natürliche Grenze zu Saudi Arabien bildet, bislang verwehrt.

Anbei ein paar Eindrücke:

Torch Tower

Aspire ist eines der Vorzeigeobjekte Qatars. Es handelt sich um eine Sportakademie, die zum einen Sporttraining auf Weltklasseniveau anbietet. Das spricht vor allem gutbetuchte Eltern weltweit an, die ihre kostbaren Zöglinge dort in fachkundige Obhut geben und zu Tennis- und anderen Sportprofis herantrainieren lassen können. Andererseits gibt es Einrichtungen, die hauptsächlich von Breitensportlern genutzt werden. Darunter ein nennenswerter Anteil von Qataris. Dementsprechend werden freie Plätze zuerst an Qataris, dann an ausländische Einwohner mit Aufenthaltserlaubnis und schließlich an Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis vergeben.

Neben dem aktuellen Sportbetrieb waren einige der Einrichtungen 2006 Austragungsstätten der Asian Games. Eine Art Olympiade zwischen asiatischen Staaten. Ein Wahrzeichen ist der sogenannte Torch Tower in dem heute ein Hotel samt langsam rotierenden Panoramarestaurant in der 47. Etage residiert.

Von dort hat man einen atemberaubenden Blick auf ganz Doha und das Umland. Die grünen und gepflegten Sportanlagen wirken dabei inmitten des Wüstenstaubs etwas deplaziert, und leicht surreal. Etwas weiter entfernt kann man die Siedlungsanlagen entdecken, die wie synthetische Legostädte, auf dem (heute digitalen) Reisbrett entworfen, sich in Reih und Glied präsentieren.

Für Qatar hat Aspire neben den Prestigegründen als Bildungsstandort auch die Aufgabe einen wettbewerbsfähigen heimischen Sportnachwuchs auszubilden. Vielleicht kann Qatar so zukünftig noch mehr Medaillen gewinnen, ohne weitere Sportsöldner anheuern zu müssen.

 

Torch Tower fassade

Aspire football fields

Fire-damage at the Villagio shopping-mall

Wedding-tents

Aspire Stadium

This time I will treat my english reading audience to an all english post. I will add the german version soon.

This morning I went to Sea-line Beach in the south-east of Qatar. To watch the Perseids meteor-shower, a rare lineup of venus, the crescent moon and Jupiter and finally the sunrise. The experience was memorable. Not only was it the very first time, that I was able to breathe fresh, crisp air and not sweat, while being outside. It was also the first time, that I managed to go somewhere dark, to specifically watch shooting stars. We arrived just before dawn and thus the sky lit up quickly and replaced one spectacle just by another. The strong sun, that was fighting some fog and only appeared a little bit above the horizon. Since I cared more to enjoy the scenery, I didn’t bother to set up a proper camera, in order to get the moon and planets on photo.

I can frankly say, that the location is one of the most beautiful landscapes that has both desert and sea and in fact to my knowledge it is one of the only two places worldwide, where the desert sand-dunes actually reach into the open sea. Namibia is the other one.
Even more so was I shocked when I saw that certain spots of the dunes were heavily polluted by trash and charcoal. Some people seem to not appreciate this natural beauty that can be spoiled quickly if they continue to leave their rubbish just on the ground. It is tempting to believe, that the wind will eventually bury the trash just like in a landfill. The truth is that it will only reappear a while later a little further down the beach. What I specifically hated were the broken glass bottles that render a walk in the soft sand with bare feet a treacherous affair.

Wadi

For english text

Ein Wadi (وادي) ist ein trockener Bach oder genauer gesagt ein Regenabflussbett, welches nur nach Regen Wasser führt. Der in Qatar in der Regel nur auf wenige Wintertage konzentrierte Regen, kann von der ausgetrockneten Erde nur schlecht absorbiert werden und fließt somit rasch in den Vertiefungen zu kleinen Flüssen heran. Manche dieser Wadis enden in Oasen, manche münden ins Meer. In Ländern mit Gebirgen kann es fern des Regens auch inmitten von Wüstengebieten zu einer Springflut kommen, die jährlich zahlreiche Menschen das Leben kostet. Da Qatar aber eine sehr flache Topografie aufweist, ist das Risiko beinahe auszuschließen.

In Doha gab es früher Wadis, die über einen längeren Zeitraum im Winter mit Booten befahrbar waren. Heute jedoch sind deren Überreste aber meist zugeschüttet und durch Straßen und Gebäude überbaut. Ein modernes Kanalsystem hat die Funktion der Wadis übernommen.

In einer autofreien Fiktion kann ich mir gut eine Wüstenhafenstadt mit einem Kanalsystem vorstellen, welches neben einer bequemen Transportsystem auch eine das Klima regulierende Wirkung hat. Nicht so umfangreich wie in Venedig, aber doch als landschaftsprägendes Element.

Ein nur bedingt befriedigender Ersatz ist ein Einkaufszentrum in Doha, in dem man mit originalen venezianischen Gondeln Shoppen “fahren” kann, inklusive gewölbtem Himmelszelt und “europäischen” Fassaden. Sollte je ein kostengünstiges und energieeffizienteres Verfahren zur Entsalzung von Meerwasser erfunden werden, will ich auch nicht ausschließen, dass Qatar sich einmal zu einer durch und durch grünen Landschaft verwandelt.

// English

A wadi (وادي) is the arabic name for a valley or dry riverbed, that only contains water after rainfall. Even though the water seldom travels far due to the porous materials, that will absorb it quickly, the water can originate from distant mountains and produce flash-floods. They are responsible for several deaths worldwide. Due to the absence of mountains the risk of flashfloods is significantly lower. Some of the Wadis just end in the middle of the desert, some lead directly into the sea.

In the past, there were a few Wadis in Doha that could be travelled by boats. Traders used this effortless means of transport during the winters. But nowadays, most of the wadis have been filled and replaced by a modern sewer systems.

When I try to picture a more reasonable alternative to the current car traffic-oriented city-planning in Doha, one of the first things that come to mind is a system of channels. It could be filled with sea-water and regulate the climate through evaporation and through the replacement of the heat-absorbing and conserving paved streets. Even though this seems a little utopian now, it is certainly an interesting idea, that draw some inspiration from the wadis.

Today, if you would like to sit in a boat in urban Doha you could either roam the bay in a yacht or head to the shopping-mall Villagio in the southwest of the city. Once you were able to sit in an original venetian gondola and check out the stores while being on the water. Yet the mall remains closed. Rumor has it, that despite the terrible fire-accident that occured there and killed several people, it might reopen its doors to the public at least in some parts soon. Until then, if you want to experience the outdoors, you have to hop on a SUV and drive into the desert or to one of the many beautiful beaches.

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Qatar besitzt einen von rund 20 Orten weltweit, an denen sogenannte singende Sanddünen existieren.

Bis heute streiten sich Wissenschaftler über die genaue Erklärung für dieses Naturphänomen. Dabei entsteht der Klang, den man als Vibrieren, Summen, Klingen, Quieken oder auch Grummeln bezeichnen könnte, einerseits durch Wind, der Sand auf die windabgewandte Seite der Düne bläst. Andererseits durch das Betreten und in Bewegung Versetzen des Abhangs oder auch des Kamms der Düne. Dabei kann man in sitzender Haltung mit dem Hintern, Füßen oder Händen verschiedene Tonhöhen erzeugen. Ich habe mir vorgestellt, dass man in einer koordinierten Aktion mehrerer Personen sogar Harmonien und Rhythmen erzeugen könnte. Das bleibt zu probieren, bis mich irgendwann musikalisch passionierte Menschen besuchen mit denen ich das Experiment wagen werde.

Mit dem Auto gelangt man in einer guten Dreiviertelstunde vom Zentrum Dohas an die Dünen. Dabei passiert man einerseits einen amerikanischen Militärstützpunkt,  andererseits ein paar Ölpipelines. Diese führen alle nach Messaieed; Das Zentrum der erdölchemischen Industrie in Qatar. Die Mischung aus Militär, lebensfeindlicher Wüste und dem Erdöl haben etwas bedrohliches an sich.

Der Sand selbst aber erinnert an Vogelsand für Hausvögel, wenngleich er ungleichmäßiger gefärbt ist. Jeder Tritt bringt den Sand ins Fließen, welches eher an eine Flüssigkeit, denn an Sandkörner erinnert. Wenn ich in Qatar Snowboard fahren wollte, dann hier. Also eher Sandboard. Das besteigen an der Leeseite habe ich als extrem anstrengend empfunden, auf der Luvseite ist der Sand hart und ziemlich trittfest. Daher lohnt sich das abfahren auf der Leeseite und das umrunder der Düne zum erneuten besteigen.

Schon Marco Polo und andere Entdecker begegneten dem Phänomen der singenden Dünen und glaubten unter anderem an böse Geister, welche die Reisenden vom Weg abbringen wollen. Aber nun versuchen etliche Wissenschaftler der genauen Ursache für das Klangphänomen auf die Spur zu kommen.

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Wüste in Qatar

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