Archives for posts with tag: Religion

Following the local customs and laws in the middle east, even western fashion brands appear to react when offering special cuts of clothing that follow the islamic laws of the Sharia. Even so, the countries with the longest ongoing development of foreign investment and influx of tourism, have the highest felt percentage of people ignoring these laws in daily life. This leads to people wearing super tight hot-pants or spaghetti/tank-tops in public places like shopping-malls. I wonder, why some people have little respect for this.

Just as a theoretical practice for thought. Why don’t people allow teachers [with islamic background] in europe to wear their traditional headscarf at school? I guess, because they are afraid, that the cultural practice behind this is not european and it could lead to the “wrong” role-model for the children. Even though I can understand this way of thinking, I ask myself, what is the difference being here in the arab states? Not much really. People don’t want to have other people walking around with too much skin exposed. They are afraid that the cultural practice behind this is not arab and it could also lead to the wrong role-model for children (not to mention the other reasons described in Islam). Both perspectives are based on the same ground and should be respected. Actually I can understand both perspectives, but how can we find solutions that allow all the different cultures to live next to each other?

In countries that depend on a substantial expatriate workforce, this seems to be quite a challenging task. If you add tourism as one of the major streams of revenue, like in the emirate of Dubai, this task becomes even more challenging with the availability of countless public beaches. At the beaches you can find people wearing everything from brazilian cut bikinis to full-body Abayas or male board shorts covering the legs over the knees. I did not have the impression that anyone was annoyed by anyone else on the beach, regardless the attire. Thus, people seem to be able to tolerate one another. The question remains, when do politicians worldwide realize, that some of their people actually are open-minded? I leave it up to you to answer that question, which is not always well below the knee…

Wie angekündigt, teile ich jetzt meine Reflektionen über das vergangene Feiertagswochenende. Zunächst kann ich feststellen, dass sich mein Schlafrhythmus in den letzten Tagen des Ramadans nochmals drastisch nach hinten verlagert hat. Neben dem Besuch der Moschee in der 27. Nacht möchte ich insbesondere die Nacht des letzten Tages auf den Eid Feiertag hervorheben. Da habe ich garnicht geschlafen. Zum einen lag das an diversen sozialen Aktivitäten, zum anderen am frühmorgendlichen Eid Gebet um 5:20 Uhr. Auch diese Mal habe ich Freunde begleitet. Das Eidgebet wird traditionell unter freiem Himmel gebetet, in unserem Fall gingen wir in ein Fußballstadion dessen perfekt gepflegter Rasen hunderten Gläubigen Platz bot. Neben dem Ende des Ramadan markiert dieses Gebet den Beginn des Eid, im Volksmund auch Zuckerfest genannt. Dazu werden ähnlich zur Weihnachtszeit Unmengen von Essen gekauft, und die aufwändigsten und tollsten Gerichte Zubereitet, die die Familien beherrschen.

Neben dem Einkauf von Essen kaufen die Menschen neue Kleider, Möbel und auch Autos für den Feiertag und der Gang zum Frisör scheint mir beinahe obligatorisch. Der beobachtete Andrang war derart groß, dass die Frisöre keine Zeit hatten, zwischen den Kunden die geschnittenen Haare aufzukehren.

Mit Eid feiern die Muslime weltweit die Rückkehr zu Speis und Trank tagsüber und danken für die Kraft, den Ramadan erleben und überstehen zu dürfen. Nach meinem persönlichen Eindruck hat die Belastung durch Dehydrierung und Arbeit trotz Nahrungsverzicht in den letzten Tagen für die Mehrheit meiner Kontakte zugenommen. Öfter denn je hörte ich die Worte Kopfschmerzen, trockener Mund und große Müdigkeit. Die Stimmung jedoch war positiv und trotzdem empfand ich viele Menschen als viel geduldiger und zuvorkommender als sonst. Auch wenn im Geschäftsbereich Fehler passierten, waren diese nach der Fastenfrage schnell verziehen.

Da es mehrere freie Tage für die große Mehrheit der Angestellten gibt, wird der Anlass genutzt, um noch einmal vermehrt Freunde zu treffen und auszugehen. Da das Feiern nicht mehr sanktioniert wird, werden Feste veranstaltet und ausgelassen konsumiert bevor seit heute für viele wieder die regulären Arbeitszeiten gelten. Einige Firmen und die Regierung spendieren ihren Angestellten allerdings ein bis zu zwei Wochen Ferien.

Nun versucht fast Jeder sich wieder an den alten Rhythmus zu gewöhnen. Manche träumen aber noch dem Ramadan hinterher, der Besonnenheit und der vielen besonderen Momente. Obwohl es mir schwerfällt, gelingt mir der Wechsel durch Disziplin langsam aber sicher. Es bleibt die Frage was ich im Ramadan gelernt habe? Vielleicht die Wertschätzung der gegenseitigen Rücksichtnahme in einer Selbstbezogenen Gesellschaft. Vielleicht die Wichtigkeit des Teilens mit ärmeren Menschen. Vielleicht  aber auch die Besinnung auf mich selbst und meine eigenen Werte und Überzeugungen. Ich habe während dieses Monats kulturell gefastet. Mein bisheriges Leben wurde ohne Übergang drastisch verändert; die Entbehrungen waren zahlreich und haben mich Kraft und Geduld gekostet. Insgesamt bin ich aber dankbar für die Erfahrung und bereue nichts. Schließlich habe ich viele neue Menschen getroffen, meinen kulturellen Horizont stark erweitert und viel über mich selbst gelernt.

Nach der Sendepause der letzten Tage möchte ich einmal innehalten und bewusst noch vorne schauen. Langsam stellt sich bei mir ein Gefühl des Bekannten ein. Nicht vertraut, aber auch nicht mehr völlig fremd. Das merke ich äußerlich an meiner fast vollständigen Orientierungsfähigkeit in der Stadt, innerhlich daran, dass ich ein Gefühl dafür entwickelt habe, wie die Stadt funktioniert, wohin die Einheimischen gehen. Ich bin mir sicher, dass sich meine Reflektionen auf subtilere Themen konzentrieren wird, da mein Blick des Außenseiters von Verlust bedroht ist. Ohne Anstrengung werden mir die schnellen Observationen über das alltägliche Leben in Qatar in Zukunft nicht mehr so leicht gelingen.

Das lässt mich zwar wehmütig werden, aber auch zufrieden. Jede Periode der Ankunft in einer neuen Stadt oder einem neuen Land wird in der Regel begleitet vom Konflikt zwischen Anpassung oder Bewahrung der alten Identität. Letztendlich ist zumindest ein Mittelweg aus beidem langfristig unvermeidlich. Auch deshalb wechseln beispielsweise Diplomaten ihren Einsatzort im Ausland nach einer gewissen Zeit, um den eigenen kulturellen Nenner nicht aus den Augen zu verlieren oder gar bewusst aufzugeben.

Mir ist bewusst, dass sich die Phasen einer Neuankunft an einem Ort wandeln. Ich bekämpfe das nicht, sondern freue mich auf die neuen Erfahrungen und die neuen Möglichkeiten die damit einhergehen.

Eine Beobachtung ist, dass mir Privilegien zuteil werden, die viele meiner nichtdeutschen Bekannten nicht genießen. Unklar ist mir dabei, ob es tatsächlich an meiner Nationalität oder einfach an meiner Hautfarbe liegt. Ja, das ist Rassismus. Ich habe die Absicht, diese Privilegien zum Wohle vieler einzusetzen. Ändern kann ich nichts an dem Umständen, außer durch Offenheit prinzipiell jeder Nationalität gegenüber. Scheinbar paradox mutet mir die Tatsache an, dass zum Beispiel in Sicherheitsfirmen mit Angestellten aus Ländern mit weniger privilegierten Status in Qatar, regelmäßig ihre eigenen Landsleute verschiedener Orte verweisen, die mir uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Ob das schale Gefühl, welches ich dadurch gewinne abnimmt, weiß ich nicht. Und eigentlich habe ich kein Interesse dass dieses Gefühl jemals verschwindet.

Last night was one of the most sacred nights of Ramadan for muslims, and some even consider it as the most important one, as for them it is the night that their prophet Muhammad received the revelations of the Qur’an. As there is no absolute certainty about which of the last ten nights of Ramadan might be Laylat al-Qadr, the night of Power, all the odd nights starting from the 21st night of Ramadan are considered as the most important ones. Thus the majority of muslims spend the whole night praying in the mosque, some even spend the whole last ten days of Ramadan there. According to islamic believe, Laylat al-Qadr equals a thousand nights, thus the prayers performed during that night count more than during any other time.

Fortunately I was able to experience the 27th of the nights with some friends of mine in the state Mosque of Qatar, the Sheikh Muhammad Ibn Abdul Wahhab Mosque. Correcting my last post about it, I heard that in fact it has room for around 30.000 people instead of 10.000.

The raka’at of the prayer were the longest I have experienced so far. Raka’at are the units of the islamic prayer that consist of all the sūrah (verses of the Qur’an), and movements described by their prophet. Unlike the regular prayers during one day, these two raka’at lasted about 20 minutes each, making it an intense experience.

Even though I did not understand a word of the imam’s recitation, the sound of his voice was soothing and peaceful. Following all the raka’at the duaa prayers were performed, which are not obligatory to my knowledge and can be compared to the rogations in church. People would ask for divine support for whatever they need it. At the end it became quite an intense experience, that can hardly be described. If you are interested to experience this most important moment in the islamic year, ask some friends to take you with them to the mosque. There is one more odd night

Somehow I did attract quite a lot of attention from other people who wanted to know if I also am muslim. I declined but wondered about why. The color of my skin possibly suggests, that I am most likely not born a muslim, and it is quite a big deal for muslims to see a non-muslim interested or at least curious about their practices. Needless to say, that I received a lot of wishes to convert to Islam, but I already got used to this since I have arrived.  Often this tends to lead to prolonged discussions about the reasons for why I did in fact not convert. I accepted that almost all the muslims I will meet, will make an effort to tell me about their religion, this is also part of living in a muslim country.

Even though I am just about to dive into a whole new topic, I just want to add, that I do enjoy some of the discussions among a group of muslims-only about their religion. I can see, that as human as it is to question, there are areas where cultural perspectives mix in with orthodox religious believe. Despite observing this, I have the impression, that this has led to a lot of prejudices about any religion by many people. They often see a cultural practice and mistake it as pure religion. Personally I object here. Looking at [religious] people is never looking at a religion. Members of any religion always interpret and make their own judgement and thus by nature don’t represent a religion to a hundred percent. This statement might get some to disagree heavily with me, as they will claim, that they do represent their religion a hundred percent.

Eventually most of the religious wars in the world originated on this misconception. I am not aware of any religion (scripture) that clearly orders people to kill each other. So, while possibly taking up the cudgels here for all Religions, I have found the following thinking a safe bet: If you want to judge about a religion, read the scriptures of that religion and don’t build your judgement just by looking at people. If we ever think, declaring believe for any form of religion makes anyone better than anybody else, we have already lost anyways.

Alright, I will leave it as that and go and enjoy the last 90 minutes of sunshine outside

Stay well.

Image

Image

Image

Eine Fotoserie, die ich vor kurzem begonnen habe, handelt von den in Qatar stehenden Moscheen. Dabei möchte ich nicht nur die beeindruckendsten oder größten Beispiele aufführen, sondern einen möglichst vollständigen Überblick über die verschiedenen architektonischen Stile schaffen.

Jedoch beginne ich die Serie mit zwei Extremen und einer eher normalen Moschee. Die erste fand ich in einem eher armen Dorf nördlich von Doha in welchem mir keine Qataris begegneten. Die Zweite befindet sich Inder weiteren Nachbarschaft meiner Wohnung, die dritte ist die Imam Muhammad Ibn Abdul Wahhab Masjid. Es ist die größte und wahrscheinlich auch prunkvollste Moschee und bietet bis zu 10,000 Gläubigen Platz.

Allerdings ist es wichtig zu bemerken, dass die Größe der Moschee für Muslime keine Auswirkung auf die  Wichtigkeit oder Wertigkeit der Gebete hat, entscheidend ist das Gebetsritual selbst, dass sogar draußen, möglichst auf einem Gebetsteppich vollzogen wird. Die Gebete zum Eidfest, am Ende des Ramadans werden sogar traditionell bis heute noch draußen vollzogen. Für die nicht arabisch sprechenden: Moschee auf arabisch heißt „masjid”

English summary:

I recently started a photographic series about the mosques of Qatar. I will not just focus on the extremes, in terms of size, richness or photographic attraction. I want to create an overview about all architectural styles in the Country.

Nevertheless I will begin with the biggest mosque in the country (The Muhammad Ibn Abdul Wahhab Masjid), one of the smallest I have seen so far and the average neighborhood mosque. It is not that common though, to find two minarets. Most mosques just have one. For the non arabic speakers: masjid means mosque. The Muhammad Ibn Wahhab Mosque offers room for up to 10.000 people.

Gestern Abend durfte ich das Iftar im Kreise der Familie eines qatarischen Freundes erleben. Dazu trafen wir uns in der Familienmedjeles. Die Medjeles ist eine Art Familienwohnzimmer, die aber ein separates Gebäude ist und keinem Wohnhaus direkt angeschlossen ist. Dort gibt es mehrere große Räume, die je nach Funktion unterschiedlich eingerichtet sind. Zum Sitzen und Reden mit vielen Sesseln entlang der Wand. Zum Essen mit einem langen großen Perserteppich auf dem Boden. Und einzig zum Beten während des Ramadan ebenfalls mit Teppichen ausgestattet: in der Regel nur für Maghrib (Gebet nach dem Sonnenuntergang) sowie Isha (Nach Einbruch der Nacht) und Taraweeh (Nachtgebet zwischen Isha und Fajr [Morgengebet vor Sonnenaufgang]). Andere Nutzungen des dritten Raumes sind mir bislang nicht bekannt.

Zusätzlich besitzt diese Medjeles einen Waschraum, eine Küche und einen kleinen Innenhof. Die Ausstattung und Größe variiert stark und hängt vor allem vom Vermögen und Geltungsanspruch der Familie ab. Gemein haben aber alle Medjeles, dass sie ein Ort des Austauschs und der Geselligkeit sind, zu dem gelegentlich auch Freunde eingeladen werden. Die Traditionalisten unter den Qataris nutzen dazu auch gerne große Zelte. Im Sommer klimatisierte, im “Winter” klassische Beduinenzelte aus dicker Wolle. Bei der Elite der Qataris kann die Medjeles dann auch schon mal die Ausmaße eines kleinen Palastes einnehmen.

Zum Ablauf der Mahlzeit selbst kann ich nicht viel schreiben, außer dass von den knapp 35 Anwesenden während des Essens niemand auch nur ein Wort gesprochen hat. Nach einem Tag des Verzichts war der Hunger und Durst vermutlich so groß, dass das Essen andächtig geschah. Ich hebe das hervor, da die Essensrunden in der Vergangenheit zu gewöhnlichen Mahlzeiten mitunter ziemlich gesprächig waren und der Kontrast diesmal sehr groß. Da dies für Alle ein sehr privater Augenblick war, gibt es davon leider kein Foto. Ich überlass das eurer Fantasie. — Ich bin dankbar, auch als Nichtmuslim trotzdem als Gast an der Kultur teilhaben zu können. In manchen Ländern wäre das vielleicht nicht möglich.

Ein Platzhalter für die fehlenden Bilder des Iftar. Eine Hammer Kombination. Vollmundige Datteln mit geröstetem Sesam und vereinzelten Anissamen.

Es gab eine unüberschaubare Auswahl an herzhaften und süßen Gerichten, pflückfrischen und innen fast flüssigen Datteln und einigen Getränken, wie frischer Minzlimonade, Säften und Wasser. Beim anschließenden Beisammensein im “Loungeraum” wurden arabischer Kaffe in kleinen Gläschen und eine eiskalte Süßigkeit, die wie eine etwas übergroße weiche Praline mit leicht flüssigem Kern beschrieben werden kann, gereicht. — Doch trotz des Hungers haben die Qataris wie gewohnt extrem schnell, bzw. kurz gegessen. Alleine da ich das richtige Kauen beim essen bevorzuge, werde ich mich daran wohl nie gewöhnen. Zurück blieb ein Berg von Essen, der allerdings unter den Angestellten verteilt wurde.

Die einzigen Wolken, die heute hier zu sehen waren

Ich werde wohl die Nacht noch davon träumen, und wie so oft auch von kaltem Wetter und Regen. Ja, seid dankbar für den Niederschlag in Europa. Hier in Qatar regnet es durchschnittlich nur an 8 Tagen im Jahr. Und im Sommer ist die hohe Luftfeuchtigkeit von rund 90% nur dazu da, um den Körper noch schneller in den Schweiß zu treiben, zum Regen wird die im Sommer leider nie. Am Abend war es um 22:00 Uhr immer noch 39° C “warm”. Ciao

%d bloggers like this: