Archives for posts with tag: Ramadan

Wie angekündigt, teile ich jetzt meine Reflektionen über das vergangene Feiertagswochenende. Zunächst kann ich feststellen, dass sich mein Schlafrhythmus in den letzten Tagen des Ramadans nochmals drastisch nach hinten verlagert hat. Neben dem Besuch der Moschee in der 27. Nacht möchte ich insbesondere die Nacht des letzten Tages auf den Eid Feiertag hervorheben. Da habe ich garnicht geschlafen. Zum einen lag das an diversen sozialen Aktivitäten, zum anderen am frühmorgendlichen Eid Gebet um 5:20 Uhr. Auch diese Mal habe ich Freunde begleitet. Das Eidgebet wird traditionell unter freiem Himmel gebetet, in unserem Fall gingen wir in ein Fußballstadion dessen perfekt gepflegter Rasen hunderten Gläubigen Platz bot. Neben dem Ende des Ramadan markiert dieses Gebet den Beginn des Eid, im Volksmund auch Zuckerfest genannt. Dazu werden ähnlich zur Weihnachtszeit Unmengen von Essen gekauft, und die aufwändigsten und tollsten Gerichte Zubereitet, die die Familien beherrschen.

Neben dem Einkauf von Essen kaufen die Menschen neue Kleider, Möbel und auch Autos für den Feiertag und der Gang zum Frisör scheint mir beinahe obligatorisch. Der beobachtete Andrang war derart groß, dass die Frisöre keine Zeit hatten, zwischen den Kunden die geschnittenen Haare aufzukehren.

Mit Eid feiern die Muslime weltweit die Rückkehr zu Speis und Trank tagsüber und danken für die Kraft, den Ramadan erleben und überstehen zu dürfen. Nach meinem persönlichen Eindruck hat die Belastung durch Dehydrierung und Arbeit trotz Nahrungsverzicht in den letzten Tagen für die Mehrheit meiner Kontakte zugenommen. Öfter denn je hörte ich die Worte Kopfschmerzen, trockener Mund und große Müdigkeit. Die Stimmung jedoch war positiv und trotzdem empfand ich viele Menschen als viel geduldiger und zuvorkommender als sonst. Auch wenn im Geschäftsbereich Fehler passierten, waren diese nach der Fastenfrage schnell verziehen.

Da es mehrere freie Tage für die große Mehrheit der Angestellten gibt, wird der Anlass genutzt, um noch einmal vermehrt Freunde zu treffen und auszugehen. Da das Feiern nicht mehr sanktioniert wird, werden Feste veranstaltet und ausgelassen konsumiert bevor seit heute für viele wieder die regulären Arbeitszeiten gelten. Einige Firmen und die Regierung spendieren ihren Angestellten allerdings ein bis zu zwei Wochen Ferien.

Nun versucht fast Jeder sich wieder an den alten Rhythmus zu gewöhnen. Manche träumen aber noch dem Ramadan hinterher, der Besonnenheit und der vielen besonderen Momente. Obwohl es mir schwerfällt, gelingt mir der Wechsel durch Disziplin langsam aber sicher. Es bleibt die Frage was ich im Ramadan gelernt habe? Vielleicht die Wertschätzung der gegenseitigen Rücksichtnahme in einer Selbstbezogenen Gesellschaft. Vielleicht die Wichtigkeit des Teilens mit ärmeren Menschen. Vielleicht  aber auch die Besinnung auf mich selbst und meine eigenen Werte und Überzeugungen. Ich habe während dieses Monats kulturell gefastet. Mein bisheriges Leben wurde ohne Übergang drastisch verändert; die Entbehrungen waren zahlreich und haben mich Kraft und Geduld gekostet. Insgesamt bin ich aber dankbar für die Erfahrung und bereue nichts. Schließlich habe ich viele neue Menschen getroffen, meinen kulturellen Horizont stark erweitert und viel über mich selbst gelernt.

Nach der Sendepause der letzten Tage möchte ich einmal innehalten und bewusst noch vorne schauen. Langsam stellt sich bei mir ein Gefühl des Bekannten ein. Nicht vertraut, aber auch nicht mehr völlig fremd. Das merke ich äußerlich an meiner fast vollständigen Orientierungsfähigkeit in der Stadt, innerhlich daran, dass ich ein Gefühl dafür entwickelt habe, wie die Stadt funktioniert, wohin die Einheimischen gehen. Ich bin mir sicher, dass sich meine Reflektionen auf subtilere Themen konzentrieren wird, da mein Blick des Außenseiters von Verlust bedroht ist. Ohne Anstrengung werden mir die schnellen Observationen über das alltägliche Leben in Qatar in Zukunft nicht mehr so leicht gelingen.

Das lässt mich zwar wehmütig werden, aber auch zufrieden. Jede Periode der Ankunft in einer neuen Stadt oder einem neuen Land wird in der Regel begleitet vom Konflikt zwischen Anpassung oder Bewahrung der alten Identität. Letztendlich ist zumindest ein Mittelweg aus beidem langfristig unvermeidlich. Auch deshalb wechseln beispielsweise Diplomaten ihren Einsatzort im Ausland nach einer gewissen Zeit, um den eigenen kulturellen Nenner nicht aus den Augen zu verlieren oder gar bewusst aufzugeben.

Mir ist bewusst, dass sich die Phasen einer Neuankunft an einem Ort wandeln. Ich bekämpfe das nicht, sondern freue mich auf die neuen Erfahrungen und die neuen Möglichkeiten die damit einhergehen.

Eine Beobachtung ist, dass mir Privilegien zuteil werden, die viele meiner nichtdeutschen Bekannten nicht genießen. Unklar ist mir dabei, ob es tatsächlich an meiner Nationalität oder einfach an meiner Hautfarbe liegt. Ja, das ist Rassismus. Ich habe die Absicht, diese Privilegien zum Wohle vieler einzusetzen. Ändern kann ich nichts an dem Umständen, außer durch Offenheit prinzipiell jeder Nationalität gegenüber. Scheinbar paradox mutet mir die Tatsache an, dass zum Beispiel in Sicherheitsfirmen mit Angestellten aus Ländern mit weniger privilegierten Status in Qatar, regelmäßig ihre eigenen Landsleute verschiedener Orte verweisen, die mir uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Ob das schale Gefühl, welches ich dadurch gewinne abnimmt, weiß ich nicht. Und eigentlich habe ich kein Interesse dass dieses Gefühl jemals verschwindet.

Als stellvertretenden Eindruck der Eidfeiertage teile ich ein kurzes Video mit euch. Es ist das Abschluss des Feuerwerks in Katara.

// English
To give you a vicarious impression about the Eid holidays in Doha, I will just post a short video from tonight’s fireworks.

20120821-034301.jpg

This weekend I have very little time to write, as it is the last day of Ramadan today and everybody is busy preparing for Eid, that starts tomorrow. As I mentioned in my earlier post, people slaughter a lot of animals, buy new furniture, get new haircuts and so on. I began this day, watching the sun to quickly rise over the gulf. As I cannot write a lot now, I will share my experiences afterwards.

While driving home last time, I had to take a photo of an old american school bus. Here it is useless for children, due to not being equipped with an air-condition. Yet it is sufficient to drive around construction workers that will not have A/C at their work place, and thus would only get used to it. This brings up the topic of the public transportation system, that I will cover in one of my next posts.

Last night was one of the most sacred nights of Ramadan for muslims, and some even consider it as the most important one, as for them it is the night that their prophet Muhammad received the revelations of the Qur’an. As there is no absolute certainty about which of the last ten nights of Ramadan might be Laylat al-Qadr, the night of Power, all the odd nights starting from the 21st night of Ramadan are considered as the most important ones. Thus the majority of muslims spend the whole night praying in the mosque, some even spend the whole last ten days of Ramadan there. According to islamic believe, Laylat al-Qadr equals a thousand nights, thus the prayers performed during that night count more than during any other time.

Fortunately I was able to experience the 27th of the nights with some friends of mine in the state Mosque of Qatar, the Sheikh Muhammad Ibn Abdul Wahhab Mosque. Correcting my last post about it, I heard that in fact it has room for around 30.000 people instead of 10.000.

The raka’at of the prayer were the longest I have experienced so far. Raka’at are the units of the islamic prayer that consist of all the sūrah (verses of the Qur’an), and movements described by their prophet. Unlike the regular prayers during one day, these two raka’at lasted about 20 minutes each, making it an intense experience.

Even though I did not understand a word of the imam’s recitation, the sound of his voice was soothing and peaceful. Following all the raka’at the duaa prayers were performed, which are not obligatory to my knowledge and can be compared to the rogations in church. People would ask for divine support for whatever they need it. At the end it became quite an intense experience, that can hardly be described. If you are interested to experience this most important moment in the islamic year, ask some friends to take you with them to the mosque. There is one more odd night

Somehow I did attract quite a lot of attention from other people who wanted to know if I also am muslim. I declined but wondered about why. The color of my skin possibly suggests, that I am most likely not born a muslim, and it is quite a big deal for muslims to see a non-muslim interested or at least curious about their practices. Needless to say, that I received a lot of wishes to convert to Islam, but I already got used to this since I have arrived.  Often this tends to lead to prolonged discussions about the reasons for why I did in fact not convert. I accepted that almost all the muslims I will meet, will make an effort to tell me about their religion, this is also part of living in a muslim country.

Even though I am just about to dive into a whole new topic, I just want to add, that I do enjoy some of the discussions among a group of muslims-only about their religion. I can see, that as human as it is to question, there are areas where cultural perspectives mix in with orthodox religious believe. Despite observing this, I have the impression, that this has led to a lot of prejudices about any religion by many people. They often see a cultural practice and mistake it as pure religion. Personally I object here. Looking at [religious] people is never looking at a religion. Members of any religion always interpret and make their own judgement and thus by nature don’t represent a religion to a hundred percent. This statement might get some to disagree heavily with me, as they will claim, that they do represent their religion a hundred percent.

Eventually most of the religious wars in the world originated on this misconception. I am not aware of any religion (scripture) that clearly orders people to kill each other. So, while possibly taking up the cudgels here for all Religions, I have found the following thinking a safe bet: If you want to judge about a religion, read the scriptures of that religion and don’t build your judgement just by looking at people. If we ever think, declaring believe for any form of religion makes anyone better than anybody else, we have already lost anyways.

Alright, I will leave it as that and go and enjoy the last 90 minutes of sunshine outside

Stay well.

Diese Frage haben sich nicht nur zahlreiche Eltern gefragt, deren Kinder den abendlichen Gutenachgruß durch diverse Taktiken möglichst weit nach hinten schieben. Auch als gelegentlicher Nachtschwärmer habe ich mich das schon öfters gefragt. Die Feldstudie über Schlafentzug wurde dabei bislang in erster Linie durch Ausflüge in die großstädtische Nachtszene oder Besuch bei oder von Freunden und schließlich der Partnerin übernommen. Seltener waren Überstunden im Job und intensivere Phasen des Studierens oder die Lektüre eines fesselnden Buches. Da dies für den Großteil der Zeit nicht dem Alltag entsprach, oder zumindest in der Regel dazwischen ausreichend viele Nächte der Erholung lagen, möchte ich gerne feststellen, dass ich bislang verantwortungsvoll mit meiner schlafabhängigen Energie umgegangen bin.

Jetzt ist es Ramadan und die Uhren, bzw. der tägliche Rhythmus meiner Umgebung, scheint plötzlich anderen Gesetzen zu gehorchen. Aufgrund des Fastens und der für viele Leute reduzierten Arbeitszeit und Ferien etlicher Staatsangestellte, scheint das öffentliche Leben tagsüber weitgehend zum Erliegen zu kommen. In einem anderen Maßstab könnte ich das Gefühl gut mit dem Bild des verschlafenen südspanischen Dorfes zur Siestazeit illustrieren. Und sehr vergleichbar mit dem Wandel zur abendlichen Fiesta beginnen hier in Doha die öffentlichen Aktivitäten kurz vor dem Abendessen zu explodieren.

Zunächst kann man Leute beobachten, die in ihren Autos, müde und hungrig vom Tag, in großer Eile zum Fastenbrechen fahren. Etwas später kann man dann gestopft volle Cafés erleben. Auch die Straßen sind voll. Und das obwohl das Klima abends noch unangenehmer wird, als tagsüber. Sobald die Temperatur nach Sonnenuntergang nur wenige Grad sinkt, steigt die relative Luftfeuchtigkeit ins garantierte Schwitzniveau.

Anstelle der in Europa populären Heizpilze gibt es hier Kühlpilze, oder genauer gesagt Außenklimaanlagen. Diese erzeugen zwischen den beiden Enden der Außensitzbereiche einen Luftstrom etwas kühlerer Luft und sehen aus wie eine Mischung aus eckiger Flugzeugturbine und Industrielüfter. Unterstützung bekommen diese von einer Armada an Ventilatoren mit integrierten Wasserzerstäubern. Und doch hält die Hitze die Menschen nicht davon ab selbst auf den unklimatisierten Märkten wie dem Souq Waqif abends leidenschaftlich gerne einkaufen zu gehen.

Als Folge dieser Umstände und meines Bedürfnisses nach sozialem Leben hat sich auch mein Schlafrhythmus deutlich in die Nacht verlagert. Da sich das Aufstehen aber nur begrenzt nach hinten verschieben lässt, schlafe ich einfach viel weniger als sonst. Selbst bei der Intention der gelegentlichen frühen Nacht rauben mir entweder eine im ganzen Haus herumflitzende Maus oder interessante aber langatmige Diskussionen über Religion weiteren Schlaf. Wenn ich dann aber im Bett liege, leistet mir die geräuschvolle Klimaanlage noch ein modernes und ziemlich monotones Gutenachtlied.

Auch da der großmütterliche Rat anders lautet und einige Wissenschaftler die angebliche Wichtigkeit regelmäßigen und frühen Schlafens betonen, frage ich mich, wie die Gesellschaft hier dauerhaft so funktionieren kann.

Ich verabschiede mich in eine schwüle und kurze Nacht, oder was davon noch übrig ist.

Image

Gestern Abend durfte ich das Iftar im Kreise der Familie eines qatarischen Freundes erleben. Dazu trafen wir uns in der Familienmedjeles. Die Medjeles ist eine Art Familienwohnzimmer, die aber ein separates Gebäude ist und keinem Wohnhaus direkt angeschlossen ist. Dort gibt es mehrere große Räume, die je nach Funktion unterschiedlich eingerichtet sind. Zum Sitzen und Reden mit vielen Sesseln entlang der Wand. Zum Essen mit einem langen großen Perserteppich auf dem Boden. Und einzig zum Beten während des Ramadan ebenfalls mit Teppichen ausgestattet: in der Regel nur für Maghrib (Gebet nach dem Sonnenuntergang) sowie Isha (Nach Einbruch der Nacht) und Taraweeh (Nachtgebet zwischen Isha und Fajr [Morgengebet vor Sonnenaufgang]). Andere Nutzungen des dritten Raumes sind mir bislang nicht bekannt.

Zusätzlich besitzt diese Medjeles einen Waschraum, eine Küche und einen kleinen Innenhof. Die Ausstattung und Größe variiert stark und hängt vor allem vom Vermögen und Geltungsanspruch der Familie ab. Gemein haben aber alle Medjeles, dass sie ein Ort des Austauschs und der Geselligkeit sind, zu dem gelegentlich auch Freunde eingeladen werden. Die Traditionalisten unter den Qataris nutzen dazu auch gerne große Zelte. Im Sommer klimatisierte, im “Winter” klassische Beduinenzelte aus dicker Wolle. Bei der Elite der Qataris kann die Medjeles dann auch schon mal die Ausmaße eines kleinen Palastes einnehmen.

Zum Ablauf der Mahlzeit selbst kann ich nicht viel schreiben, außer dass von den knapp 35 Anwesenden während des Essens niemand auch nur ein Wort gesprochen hat. Nach einem Tag des Verzichts war der Hunger und Durst vermutlich so groß, dass das Essen andächtig geschah. Ich hebe das hervor, da die Essensrunden in der Vergangenheit zu gewöhnlichen Mahlzeiten mitunter ziemlich gesprächig waren und der Kontrast diesmal sehr groß. Da dies für Alle ein sehr privater Augenblick war, gibt es davon leider kein Foto. Ich überlass das eurer Fantasie. — Ich bin dankbar, auch als Nichtmuslim trotzdem als Gast an der Kultur teilhaben zu können. In manchen Ländern wäre das vielleicht nicht möglich.

Ein Platzhalter für die fehlenden Bilder des Iftar. Eine Hammer Kombination. Vollmundige Datteln mit geröstetem Sesam und vereinzelten Anissamen.

Es gab eine unüberschaubare Auswahl an herzhaften und süßen Gerichten, pflückfrischen und innen fast flüssigen Datteln und einigen Getränken, wie frischer Minzlimonade, Säften und Wasser. Beim anschließenden Beisammensein im “Loungeraum” wurden arabischer Kaffe in kleinen Gläschen und eine eiskalte Süßigkeit, die wie eine etwas übergroße weiche Praline mit leicht flüssigem Kern beschrieben werden kann, gereicht. — Doch trotz des Hungers haben die Qataris wie gewohnt extrem schnell, bzw. kurz gegessen. Alleine da ich das richtige Kauen beim essen bevorzuge, werde ich mich daran wohl nie gewöhnen. Zurück blieb ein Berg von Essen, der allerdings unter den Angestellten verteilt wurde.

Die einzigen Wolken, die heute hier zu sehen waren

Ich werde wohl die Nacht noch davon träumen, und wie so oft auch von kaltem Wetter und Regen. Ja, seid dankbar für den Niederschlag in Europa. Hier in Qatar regnet es durchschnittlich nur an 8 Tagen im Jahr. Und im Sommer ist die hohe Luftfeuchtigkeit von rund 90% nur dazu da, um den Körper noch schneller in den Schweiß zu treiben, zum Regen wird die im Sommer leider nie. Am Abend war es um 22:00 Uhr immer noch 39° C “warm”. Ciao

Wassermelone, geschnitzt

Eine Dekoration anlässlich des am 20.Juli beginnenden Ramadans.

Am kommenden Freitag beginnt für die muslimische Welt der wichtigste Monat des Jahres. Der Ramadan. Der Alltag dreht sich für Muslime fortan um das Fasten tagsüber und das allabendliche Fastenbrechen. Aber auch die Nichtmuslime müssen sich gezwungenermaßen an den veränderten Rhythmus anpassen. Ein Großteil der Restaurants hat tagsüber geschlossen, wie auch viele Supermärkte und andere Geschäfte. Auch das Verzehren von Speisen und Getränken, sowie Rauchen in der Öffentlichkeit wird als grober Affront gewertet und kann leicht zu einer Verwarnung durch die Polizei führen. Auch das öffentliche Tanzen und Singen sind einen Monat lang nicht erwünscht.

Also, wie läuft ein typische Tag für die Muslime im Land ab? Nach Sonnenuntergang wird Iftar verzehrt: Eine kleine Mahlzeit, wie Datteln, getrocknete Aprikosen und Säfte. Anschließend wird das Abendgebet gebetet. Erst danach wird ein üblicherweise opulentes Festmahl im Kreise der Familie und mit Freunden eingenommen. Traditionell sind dabei gegrillte ganze Tiere wie Lämmer oder Ziegen. Qatarische Freunde von mir grillen zu Anlässen wie diesem auch schon mal ein Babykamel! Dieses stammt dann vom eigenen Bauernhof. 

Neben Iftar wird Suhoor verzehrt. In Qatar passiert dies häufiger im Anschluss an Iftar und ufert auch zu richtigen Partys mit großen Buffets, Unterhaltungsprogrammen und Co. bis in die späte Nacht aus. Viele Menschen essen Suhoor allerdings tatsächlich kurz vor Sonnenaufgang. 

Nach Ende des Monats feiern die Muslime Eid Al-Fitr und Eid Al-Adha. Das erste ist das Feiern des Fastenendes. Das zweite ist das Opferfest, bei dem viele Tiere wie Schafe und Ziegen geschlachtet werden. Dieser Tag hat eine ökonomische Bedeutung wie die Weihnachtsfeiertage in der westlichen Welt. Die Menschen beschenken sich gegenseitig und verzehren eine große Zahl von aufwändigen und teuren Süssigkeiten. Außerdem werden die feinsten Kleider und sogar neue Möbel für diesen Anlass gekauft.

Und da sind wir bei einer großen Gemeinsamkeit unserer Kulturen: Der Konsum.

Ich bin gespannt, wie ich die nächsten fünf Wochen erlebe und werde euch berichten.

 

%d bloggers like this: