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Torch Tower

Aspire ist eines der Vorzeigeobjekte Qatars. Es handelt sich um eine Sportakademie, die zum einen Sporttraining auf Weltklasseniveau anbietet. Das spricht vor allem gutbetuchte Eltern weltweit an, die ihre kostbaren Zöglinge dort in fachkundige Obhut geben und zu Tennis- und anderen Sportprofis herantrainieren lassen können. Andererseits gibt es Einrichtungen, die hauptsächlich von Breitensportlern genutzt werden. Darunter ein nennenswerter Anteil von Qataris. Dementsprechend werden freie Plätze zuerst an Qataris, dann an ausländische Einwohner mit Aufenthaltserlaubnis und schließlich an Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis vergeben.

Neben dem aktuellen Sportbetrieb waren einige der Einrichtungen 2006 Austragungsstätten der Asian Games. Eine Art Olympiade zwischen asiatischen Staaten. Ein Wahrzeichen ist der sogenannte Torch Tower in dem heute ein Hotel samt langsam rotierenden Panoramarestaurant in der 47. Etage residiert.

Von dort hat man einen atemberaubenden Blick auf ganz Doha und das Umland. Die grünen und gepflegten Sportanlagen wirken dabei inmitten des Wüstenstaubs etwas deplaziert, und leicht surreal. Etwas weiter entfernt kann man die Siedlungsanlagen entdecken, die wie synthetische Legostädte, auf dem (heute digitalen) Reisbrett entworfen, sich in Reih und Glied präsentieren.

Für Qatar hat Aspire neben den Prestigegründen als Bildungsstandort auch die Aufgabe einen wettbewerbsfähigen heimischen Sportnachwuchs auszubilden. Vielleicht kann Qatar so zukünftig noch mehr Medaillen gewinnen, ohne weitere Sportsöldner anheuern zu müssen.

 

Torch Tower fassade

Aspire football fields

Fire-damage at the Villagio shopping-mall

Wedding-tents

Aspire Stadium

Wadi

For english text

Ein Wadi (وادي) ist ein trockener Bach oder genauer gesagt ein Regenabflussbett, welches nur nach Regen Wasser führt. Der in Qatar in der Regel nur auf wenige Wintertage konzentrierte Regen, kann von der ausgetrockneten Erde nur schlecht absorbiert werden und fließt somit rasch in den Vertiefungen zu kleinen Flüssen heran. Manche dieser Wadis enden in Oasen, manche münden ins Meer. In Ländern mit Gebirgen kann es fern des Regens auch inmitten von Wüstengebieten zu einer Springflut kommen, die jährlich zahlreiche Menschen das Leben kostet. Da Qatar aber eine sehr flache Topografie aufweist, ist das Risiko beinahe auszuschließen.

In Doha gab es früher Wadis, die über einen längeren Zeitraum im Winter mit Booten befahrbar waren. Heute jedoch sind deren Überreste aber meist zugeschüttet und durch Straßen und Gebäude überbaut. Ein modernes Kanalsystem hat die Funktion der Wadis übernommen.

In einer autofreien Fiktion kann ich mir gut eine Wüstenhafenstadt mit einem Kanalsystem vorstellen, welches neben einer bequemen Transportsystem auch eine das Klima regulierende Wirkung hat. Nicht so umfangreich wie in Venedig, aber doch als landschaftsprägendes Element.

Ein nur bedingt befriedigender Ersatz ist ein Einkaufszentrum in Doha, in dem man mit originalen venezianischen Gondeln Shoppen “fahren” kann, inklusive gewölbtem Himmelszelt und “europäischen” Fassaden. Sollte je ein kostengünstiges und energieeffizienteres Verfahren zur Entsalzung von Meerwasser erfunden werden, will ich auch nicht ausschließen, dass Qatar sich einmal zu einer durch und durch grünen Landschaft verwandelt.

// English

A wadi (وادي) is the arabic name for a valley or dry riverbed, that only contains water after rainfall. Even though the water seldom travels far due to the porous materials, that will absorb it quickly, the water can originate from distant mountains and produce flash-floods. They are responsible for several deaths worldwide. Due to the absence of mountains the risk of flashfloods is significantly lower. Some of the Wadis just end in the middle of the desert, some lead directly into the sea.

In the past, there were a few Wadis in Doha that could be travelled by boats. Traders used this effortless means of transport during the winters. But nowadays, most of the wadis have been filled and replaced by a modern sewer systems.

When I try to picture a more reasonable alternative to the current car traffic-oriented city-planning in Doha, one of the first things that come to mind is a system of channels. It could be filled with sea-water and regulate the climate through evaporation and through the replacement of the heat-absorbing and conserving paved streets. Even though this seems a little utopian now, it is certainly an interesting idea, that draw some inspiration from the wadis.

Today, if you would like to sit in a boat in urban Doha you could either roam the bay in a yacht or head to the shopping-mall Villagio in the southwest of the city. Once you were able to sit in an original venetian gondola and check out the stores while being on the water. Yet the mall remains closed. Rumor has it, that despite the terrible fire-accident that occured there and killed several people, it might reopen its doors to the public at least in some parts soon. Until then, if you want to experience the outdoors, you have to hop on a SUV and drive into the desert or to one of the many beautiful beaches.

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