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copyright by dohadude, 2012

Wie in sämtlichen Emiraten gibt es auch in Qatar recht selten Graffitis. Und meistens bestehen diese aus flüchtig auf die Wand gesprühten kurzen Sätzen. Auch wenn ich das Strafmaß für diese Form der Gebäudeverschönerung nicht kenne, vermute ich, dass die Angst vor Entdeckung, anspruchsvollere und aufwändigere Graffitis in Qatar effektiv verhindert.

An den großen öffentlichen Plätzen sind praktisch keine Graffitis zu entdecken; man findet diese vornehmlich in kleinen Seitenstraßen an älteren Gebäuden oder Mauern. Ich frage mich, warum diese wichtige zeitgenössische Kunstform ihren Weg noch nicht in das aufstrebende und sich öffnende Land Qatar gefunden hat. Neben der seltenen inoffiziellen Form fehlt die geduldete und geförderte Form von Wandgemälden oder Murals gänzlich. Es wäre eine öffentlichkeitswirksame Methode, um Qatars Bestreben als kleines großes Kunstland etwas volksnäher zu unterstreichen, als es die großen Museumsprojekte wie das qatarische Nationalmuseum vermögen.

Ich werde im Laufe der Zeit weitere seltene Fundstücke hier reinstellen. Aus politischen Gründen, muss ich leider im Moment darauf verzichten, Graffitis mit politisch brisanten Inhalten hier zu zeigen. Wer weiß, vielleicht ändert sich die Situation zur Meinungsfreiheit in Zukunft…


The entrance to Musfur Sinkhole appears to be rather small.


But with each step down, it widens and reveals its true size.


The ground is scattered with Rocks from the ceiling and very fine sand.


This is probably the prime spot for bouldering in all of Qatar.


Thus most of the time there are a few motivated climbers around.


The temperature inside is comfortable and soothing.
Very different from the desert climate outside


Only with a reference point you can grasp the cave’s real dimensions

Being outside again and seeing signs of civilization feels surreal after a couple of hours underground.

This natural phenomenon is not secret but to many people in Qatar it is not really known. Hence it is a safe bet if you want to get away from the hustle and bustle of Doha. Unfortunately though, some people started to abuse the walls to apply graffiti. In the case of the so called camel-kiss, a funny and tricky boulder route, it seems funny, but altogether this ruins the unique and pristine appearance of the cave. I ask myself again, how can Qatar raise awareness for its environment? In a country that has only a few dozens of extraordinary natural sites, there is no satisfying explanation to why they are not protected and treated with consideration.

People will always want to leave the city with its countless amenities to see something wild. After having lost a few local species to extinction, like the sand gazelle and the golden jackal, Qatar would do good to at least protect the remaining natural sites.

How to get to Musfur Sinkhole Qatar

Recently a group of people started a project to make unique and authentic offbeat places in Qatar available to the public. It is called offbeat Qatar. Musfur Sinkhole is also featured there. They talk about what to see and what to do there, best way to Musfur Sinkhole and the best time to go. Go and have a look here.

Apart from unexpected signs like the camel one, you can encounter another rare species of road-features in Qatar: Speed-bumps, literally in the middle of the desert. Without any residents interested in protecting their playing children or lowering the traffic noise. Speed-bumps like this scare the crap out of you when you suddenly see them at night without real warning and you have to break hard not to go flying on them. I really wonder who came up with some of the ideas, and why.

What I find funny, is that people tend to drive around these speed-bumps rather than decreasing their speed. Either they don’t care about their car, or they can just afford making these crazy moves.

Wie angekündigt, teile ich jetzt meine Reflektionen über das vergangene Feiertagswochenende. Zunächst kann ich feststellen, dass sich mein Schlafrhythmus in den letzten Tagen des Ramadans nochmals drastisch nach hinten verlagert hat. Neben dem Besuch der Moschee in der 27. Nacht möchte ich insbesondere die Nacht des letzten Tages auf den Eid Feiertag hervorheben. Da habe ich garnicht geschlafen. Zum einen lag das an diversen sozialen Aktivitäten, zum anderen am frühmorgendlichen Eid Gebet um 5:20 Uhr. Auch diese Mal habe ich Freunde begleitet. Das Eidgebet wird traditionell unter freiem Himmel gebetet, in unserem Fall gingen wir in ein Fußballstadion dessen perfekt gepflegter Rasen hunderten Gläubigen Platz bot. Neben dem Ende des Ramadan markiert dieses Gebet den Beginn des Eid, im Volksmund auch Zuckerfest genannt. Dazu werden ähnlich zur Weihnachtszeit Unmengen von Essen gekauft, und die aufwändigsten und tollsten Gerichte Zubereitet, die die Familien beherrschen.

Neben dem Einkauf von Essen kaufen die Menschen neue Kleider, Möbel und auch Autos für den Feiertag und der Gang zum Frisör scheint mir beinahe obligatorisch. Der beobachtete Andrang war derart groß, dass die Frisöre keine Zeit hatten, zwischen den Kunden die geschnittenen Haare aufzukehren.

Mit Eid feiern die Muslime weltweit die Rückkehr zu Speis und Trank tagsüber und danken für die Kraft, den Ramadan erleben und überstehen zu dürfen. Nach meinem persönlichen Eindruck hat die Belastung durch Dehydrierung und Arbeit trotz Nahrungsverzicht in den letzten Tagen für die Mehrheit meiner Kontakte zugenommen. Öfter denn je hörte ich die Worte Kopfschmerzen, trockener Mund und große Müdigkeit. Die Stimmung jedoch war positiv und trotzdem empfand ich viele Menschen als viel geduldiger und zuvorkommender als sonst. Auch wenn im Geschäftsbereich Fehler passierten, waren diese nach der Fastenfrage schnell verziehen.

Da es mehrere freie Tage für die große Mehrheit der Angestellten gibt, wird der Anlass genutzt, um noch einmal vermehrt Freunde zu treffen und auszugehen. Da das Feiern nicht mehr sanktioniert wird, werden Feste veranstaltet und ausgelassen konsumiert bevor seit heute für viele wieder die regulären Arbeitszeiten gelten. Einige Firmen und die Regierung spendieren ihren Angestellten allerdings ein bis zu zwei Wochen Ferien.

Nun versucht fast Jeder sich wieder an den alten Rhythmus zu gewöhnen. Manche träumen aber noch dem Ramadan hinterher, der Besonnenheit und der vielen besonderen Momente. Obwohl es mir schwerfällt, gelingt mir der Wechsel durch Disziplin langsam aber sicher. Es bleibt die Frage was ich im Ramadan gelernt habe? Vielleicht die Wertschätzung der gegenseitigen Rücksichtnahme in einer Selbstbezogenen Gesellschaft. Vielleicht die Wichtigkeit des Teilens mit ärmeren Menschen. Vielleicht  aber auch die Besinnung auf mich selbst und meine eigenen Werte und Überzeugungen. Ich habe während dieses Monats kulturell gefastet. Mein bisheriges Leben wurde ohne Übergang drastisch verändert; die Entbehrungen waren zahlreich und haben mich Kraft und Geduld gekostet. Insgesamt bin ich aber dankbar für die Erfahrung und bereue nichts. Schließlich habe ich viele neue Menschen getroffen, meinen kulturellen Horizont stark erweitert und viel über mich selbst gelernt.

Nach der Sendepause der letzten Tage möchte ich einmal innehalten und bewusst noch vorne schauen. Langsam stellt sich bei mir ein Gefühl des Bekannten ein. Nicht vertraut, aber auch nicht mehr völlig fremd. Das merke ich äußerlich an meiner fast vollständigen Orientierungsfähigkeit in der Stadt, innerhlich daran, dass ich ein Gefühl dafür entwickelt habe, wie die Stadt funktioniert, wohin die Einheimischen gehen. Ich bin mir sicher, dass sich meine Reflektionen auf subtilere Themen konzentrieren wird, da mein Blick des Außenseiters von Verlust bedroht ist. Ohne Anstrengung werden mir die schnellen Observationen über das alltägliche Leben in Qatar in Zukunft nicht mehr so leicht gelingen.

Das lässt mich zwar wehmütig werden, aber auch zufrieden. Jede Periode der Ankunft in einer neuen Stadt oder einem neuen Land wird in der Regel begleitet vom Konflikt zwischen Anpassung oder Bewahrung der alten Identität. Letztendlich ist zumindest ein Mittelweg aus beidem langfristig unvermeidlich. Auch deshalb wechseln beispielsweise Diplomaten ihren Einsatzort im Ausland nach einer gewissen Zeit, um den eigenen kulturellen Nenner nicht aus den Augen zu verlieren oder gar bewusst aufzugeben.

Mir ist bewusst, dass sich die Phasen einer Neuankunft an einem Ort wandeln. Ich bekämpfe das nicht, sondern freue mich auf die neuen Erfahrungen und die neuen Möglichkeiten die damit einhergehen.

Eine Beobachtung ist, dass mir Privilegien zuteil werden, die viele meiner nichtdeutschen Bekannten nicht genießen. Unklar ist mir dabei, ob es tatsächlich an meiner Nationalität oder einfach an meiner Hautfarbe liegt. Ja, das ist Rassismus. Ich habe die Absicht, diese Privilegien zum Wohle vieler einzusetzen. Ändern kann ich nichts an dem Umständen, außer durch Offenheit prinzipiell jeder Nationalität gegenüber. Scheinbar paradox mutet mir die Tatsache an, dass zum Beispiel in Sicherheitsfirmen mit Angestellten aus Ländern mit weniger privilegierten Status in Qatar, regelmäßig ihre eigenen Landsleute verschiedener Orte verweisen, die mir uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Ob das schale Gefühl, welches ich dadurch gewinne abnimmt, weiß ich nicht. Und eigentlich habe ich kein Interesse dass dieses Gefühl jemals verschwindet.

Bowling und Klimaanlage – Bowling and A/C //

 

Einkaufen und Eislaufen – Shopping and skating //

 

Ruinen und Kolonialrequisiten – Ruins and requisites //

 

Fastfood und Lieferservice – Fast-food and free delivery //

 

Fasten und Festmahl – Fasting and feast //

 

Parkplätze und Pkw – Parking and Cars

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Qatar besitzt einen von rund 20 Orten weltweit, an denen sogenannte singende Sanddünen existieren.

Bis heute streiten sich Wissenschaftler über die genaue Erklärung für dieses Naturphänomen. Dabei entsteht der Klang, den man als Vibrieren, Summen, Klingen, Quieken oder auch Grummeln bezeichnen könnte, einerseits durch Wind, der Sand auf die windabgewandte Seite der Düne bläst. Andererseits durch das Betreten und in Bewegung Versetzen des Abhangs oder auch des Kamms der Düne. Dabei kann man in sitzender Haltung mit dem Hintern, Füßen oder Händen verschiedene Tonhöhen erzeugen. Ich habe mir vorgestellt, dass man in einer koordinierten Aktion mehrerer Personen sogar Harmonien und Rhythmen erzeugen könnte. Das bleibt zu probieren, bis mich irgendwann musikalisch passionierte Menschen besuchen mit denen ich das Experiment wagen werde.

Mit dem Auto gelangt man in einer guten Dreiviertelstunde vom Zentrum Dohas an die Dünen. Dabei passiert man einerseits einen amerikanischen Militärstützpunkt,  andererseits ein paar Ölpipelines. Diese führen alle nach Messaieed; Das Zentrum der erdölchemischen Industrie in Qatar. Die Mischung aus Militär, lebensfeindlicher Wüste und dem Erdöl haben etwas bedrohliches an sich.

Der Sand selbst aber erinnert an Vogelsand für Hausvögel, wenngleich er ungleichmäßiger gefärbt ist. Jeder Tritt bringt den Sand ins Fließen, welches eher an eine Flüssigkeit, denn an Sandkörner erinnert. Wenn ich in Qatar Snowboard fahren wollte, dann hier. Also eher Sandboard. Das besteigen an der Leeseite habe ich als extrem anstrengend empfunden, auf der Luvseite ist der Sand hart und ziemlich trittfest. Daher lohnt sich das abfahren auf der Leeseite und das umrunder der Düne zum erneuten besteigen.

Schon Marco Polo und andere Entdecker begegneten dem Phänomen der singenden Dünen und glaubten unter anderem an böse Geister, welche die Reisenden vom Weg abbringen wollen. Aber nun versuchen etliche Wissenschaftler der genauen Ursache für das Klangphänomen auf die Spur zu kommen.

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Da neben Lebensmitteln auch die Benzinpreise subventioniert werden, reicht es hierzulande die Preise einmal im Jahr mithilfe eines Aufklebers auf den Tanksäulen bekanntzugeben. Der Liter Super liegt momentan bei 1 QR pro Liter. Es ist erschreckend und nett zugleich, der Literanzeige, oder Preisanzeige zu folgen und herauszufinden, dass diese exakt gleich hochzählen. 1 QR ist nach heutigen Stand 22 Eurocent. Als die Preise das letzte Mal auf diesen Stand angehoben wurden ging offensichtlich ein Aufschrei durch die Gesellschaft.

Träumt süß von einem Ölspringbrunnen im Wüstensand. Heute war ich in der Wüste, den Bericht dazu gibt es später.

YouTube FlipFlop

YouTube FlipFlop im Souq Waqif in Doha

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Lebensmittel sind in Qatar ähnlich billig wie in Deutschland. Diese Tatsache wird von einem besonders findigen Supermarkt dadurch untermauert, dass er sich übersetzt „gewinnmargenfreie Lebensmittel” nennt. Ich frage mich ernsthaft, wie das möglich sein soll. Einen Anreiz zum dortigen Einkauf hatte ich bisher nicht, da sich 200 m davon eine große Filiale von Almeera befindet. Almeera ist die einzige große einheimische Supermarktkette. An Ihr ist der Staat Qatar mit rund einem viertel der Anteile beteiligt. Im Almeera gibt es überwiegend arabische Lebensmittel.

Wieder entdeckte ich eine Hinweistafel des Handelsministeriums mit der charmanten Cartoonfigur, die nach eigenen Aussagen einem Freund in Deutschland ganz ähnlich sieht.

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Es ist keine Überraschung, dass auch hierzulande der Gigant Carrefour einige große Hypermärkte betreibt. Dort bekommt man neben Roquefort auch frischen Traubensaft aus Chardonnaytrauben und deutschen Räucherfisch. ja ja. Ganz schön dekadent. Abgesehen davon habe ich jetzt schon mehrfach den Eindruck gehabt, dass dort asiatische „Damen”, versuchen Kontakt mit einem aufzunehmen… ts ts ts.

Allerdings konnte ich keine Zartbitterschokolade finden, um für das heutige Iftar eine authentische hausgemachte Mousse au chocolat mitzubringen. Stattdessen wird es eine für meinen Geschmack viel zu süße Vollmilchmousse geben. Das Beweisfoto anbei.

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Heute morgen durfte ich feststellen, dass das Duschen, wie ich es kenne, hier in Doha ein wenig anders funktioniert. Da das auf den Dächern in großen Tanks gespeicherte “kalte” Wasser inzwischen durch die Sonne ungefähr 60° Temperatur aufweist, und das in den Warmwasserboilern im Haus gespeicherte Haus durch die Klimaanlage schön kühl ist, war warm kalt und kalt warm. Mein übliches kaltes Abduschen geriet zu einem heißen Abduschen, mit “kaltem” Wasser. Und genau das tut besonders gut. Das heiße Wasser lässt mich die Hitze draußen viel besser ertragen.

Witzig dabei ist, dass wenn zu viele Leute in kurzer Zeit duschen, das kalte Wasser ausgeht. Dann kann man leider: Nur noch heiß Duschen.

Herrlich verkehrte Welt

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