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Doha bei Nacht

Dohas Skyline bei Nacht. Blick von der Uferpromenade aus aufgenommen. Im Vordergrund liegt ein Dhow genanntes traditionelles qatarisches Boot. Man kann es mieten und bei musikalischer Untermalung durch die Bucht gondeln. Manche Menschen rauchen dabei gerne Shisha oder trinken Tee. Die qataris, die etwas von sich halten und die qatarischen Traditionen wertschätzen, besitzen hingegen eine eigene Dhow. Diese werden dann für Angeltouren, zum Baden und für Übernachtungen auf dem Wasser genutzt.

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Doha`s Skyline  with a view from the Corniche. You can see one of the traditional boats of qatar. They are called dhow and can be rented in this case. Many qataris own one themselves and love to take it out to the sea to fish, swim and even stay overnight. Due to the heat in summer, this is more common in winter, but a few friends of mine go during these days despite the steamy heat.

Eine der zahlreichen Leckereien nach dem Abendgebet, die gereicht werden wenn die Familie meiner qatarischen Freunde noch zusammen sitzt und über den Tag und die persönlichen Dinge spricht und Tee oder arabischen (grünen) Kaffee trinkt. Die Datteln stammen aus einer der größten Oasen Saudi Arabiens und haben unbeschreiblich gut geschmeckt.

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When the evening prayer is finished, my qatari friends sit with their brothers (plus friends like me and others) and enjoy both sweets and sweet tea and arabic coffee (not just because they use arabica beans, but because it is green infused with spices lie green cardamom and almost transparent in the glass). Fortunately they are somewhat healh-concscious and love dates, which are also described as one of the important parts of Ramadan by their Prophet. In this case the dates tasted indescribably tasty. Even though dates usually might not look all that appealing, any patisseur would have to come up with his very best creation to get even close to dates like this taste-wise.

 

Dhow

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Man nehme einen gemütlichen Raum, stellt bequeme Sitzmöbel rein, bereitet Shishas vor und stellt Süssigkeiten wie frische Datteln bereit. Und fertig ist das übliche Abendprogramm der älteren Qataris. Entgegen dem Klischee, dass Qataris ihre Freizeit überwiegend in Shopping-Centern oder in Restaurants verbringen, habe ich den Eindruck, dass die Generation ab 50+ Ihre Zeit am liebsten im Kreise der Familie und enger Freunde verbringt. Und das gerne stundenlang. Dabei möchte ich bemerken, dass die Männer und Frauen jeweils unter sich bleiben.

Für mich spannend sind die Begrüßungsgesten, die sich je nach Stand und Alter in der Familie unterscheiden. Kommt ein älteres Familienmitglied in den Raum, erheben sich alle Anwesenden, um den reihum gehenden Ankömmling zu begrüßen. Junge Familienmitglieder geben den älteren dabei wahlweise Nasenstupser oder sogar einen Kuss auf die Nase. Umarmungen waren sehr selten. Das Händeschütteln ist häufig. Je nach Rang oder Ehre gerne auch schon mal länger. Mir fällt auf, dass ich als Fremder generell häufiger begrüßt werde, als zum Beispiel Brüder ähnlichen Alters, die sich meist täglich sehen.

Bei diesen täglichen Treffen werden die wichtigen Familienangelegenheiten genauso wie Politik oder gesellschaftliche Ereignisse besprochen. Auffallend ist aber, dass nicht über die Arbeit gesprochen wird. Vielleicht ist dieser Umstand mitverantwortlich dafür, dass die Qataris die ich kenne, allesamt einen entspannten Eindruck auf mich machen. Auch Symptome wie Burn-Out, sind mir bislang nicht aufgefallen. Diese Reflexion ist sehr wohl subjektiv und vor weitergehender Beobachtung, lediglich mein erster Eindruck.

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Frische Datteln von den hauseigenen Palmen. Der dunkle Teil ist nahezu flüssig, der helle Teil noch leicht holzig und knusprig, etwa wie Äpfel der Sorte Granny Smith

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Ein Angestellter bereitet Glutwürfel für die Shishas vor.

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Im Anschluss an meinen letzten Eintrag möchte ich von einer Erfahrung am Abend berichten. Ich war mit zwei Freunden im Souq Waqeef, dem traditionellen „Stehbazar” unterwegs und unverhofft habe ich einige Ecken entdeckt, von deren Existenz ich vorher nichtmal gehört habe. Im besonderen geht es um einen indischen Gewürzladen in welchem sehr ästhetisch verschiedene Gewürze präsentiert waren. Bereits beim Betreten des Ladens stiegen wunderbar vertraute und andererseits gänzlich fremde Düfte in die Nase.

Im Gegensatz zum üblichen Asiastore mit der recht ansehnlichen Auswahl indischer Gewürze in kleinen Päckchen, durfte ich hier feststellen, dass alleine drei Qualitätsstufen grünen Kardamoms angeboten wurden. Mein unwissendes Auge konnte lediglich geringe Größenunterschiede wahrnehmen. Auch verschiedene Trocknungsstufen von Anissamen haben meine kulinarische Fantasie angeregt. So langsam wächst auch meine Lust selbst zu kochen, trotz des fantastischen Angebots bezahlbarer und toller Restaurants, immer weiter.

Eine Frage bleibt seit dem Besuch in meinem Kopf: Warum habe ich den Eindruck, dass die Qualität merklich besser als woanders ist und die Preise trotzdem teilweise um die Hälfte unter den üblichen Supermarktpreisen liegen? Ich werde es möglicherweise herausfinden.

20120722-024335.jpgQatar ist nicht nur das reichste Land der Welt (BIP/Kopf), sondern auch das dickste. Ungefähr die Hälfte der Erwachsenen ist fettleibig und gut 15 Prozent leiden an Diabetes. Verantwortlich dafür sind vor allem Bewegungsmangel und eine Liebe für Fastfood. Wie ich schon erwähnt habe ist eigentlich alles “Fast” Food, da viele Qataris unglaublich schnell essen. Ein Foto am Ende illustriert das humorvoll.

— Es ist ein gewisses Tabu, zu kritisieren, wie hier zwischen den Einheimischen geheiratet wird. Oftmals zwischen nahen Verwandten und nicht selten sogar zwischen Cousinen und Cousinen. Und das beschert den Qataris eine signifikante Zahl von Geburtsschäden und genetischen Erkrankungen. Das paradoxe daran: Jeder weiß davon, doch nur wenige handeln. Und das obwohl die Regierung mit großem Aufwand Kampagnen für das gesellschaftliche Bewusstsein dieser Probleme lanciert.

Mit den vorhandenen Ressourcen könnte Qatar in vielen Bereichen eine Vorbildrolle für andere Staaten einnehmen. Bislang beschränkt sich das aber neben einzelnen bemerkenswerten positiven Beispielen vor allem auf die monetären Möglichkeiten, die von Ländern mit weniger Bodenschätzen nicht kopiert werden können. Hervorzuheben sind eine überdurchschnittliche Frauenquote in den Toppositionen aller Wirtschaftssektoren und ebenfalls eine Frauenmehrheit an den Universitäten, sowie umfangreiche Stipendiatsprogramme für Leute aus armen Ländern, was vermutlich eine langfristig effektivere Aufbauhilfe darstellt, als Lastwagen voller Reis in diese Länder zu schicken. Wenn man bedenkt, dass sich Qatar innerhalb von nur zwei Generationen vom Stammeswesen zu schier unbegrenzten ökonischen Möglichkeiten, aber auch einem faulen, in klimatisierten Villas entspannenden Durchschnittsbürger entwickelt hat, überrascht diese Entwicklung nicht. Und doch finde ich es bemerkenswert, was sich bis heute entwickeln konnte.  Qatar ist ein sicheres und, gemessen an den anderen Golfstaaten, lieberales Land mit einer sich langsam herauskristallisierenden Demokratie und einem recht gut funktionierenden Rechtssystem. Es gibt Probleme, ja. Aber in Europa haben wir mehrere Jahrtausende benötigt, um vom Stammeswesen zur heutigen Gesellschaft zu gelangen. Mit dazwischen einigen hundert Jahren rechts- und friedenlosen Chaos.

Ich bin überzeugt, dass Qatar sich in vielen Bereichen weiter verbessern und auch einigen unserer mitteleuropäischen Standards annähern wird. Vielleicht aber wird Qatar in anderen Bereichen sogar an Europa vorbeiziehen. Möglicherweise dämmert es der Regierung irgendwann, dass man sogar zum Weltmarktführer der erneuerbaren Energien aufsteigen könnte. Bis das so weit ist, bleibt Qatar eines der Länder, die einen Pro Kopf Energieverbrauch von rund 10 Tonnen Ölequivalent haben und damit die Weltspitze anführen. Weltspitze sind auch die CO2-Emmisionen und der Wasserverbrauch pro Kopf. — Ich werde bald einen separaten Beitrag über diese Situation schreiben. Jetzt geht es zu einem Gespräch im Kulturberich. Ja, Sonntag ist der Montag in Qatar. Dafür sind Freitag und Samstag das Wochenende.

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Eine große Auswahl an Datteln, inmitten von Ramadandekoration.

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Gestern Abend durfte ich das Iftar im Kreise der Familie eines qatarischen Freundes erleben. Dazu trafen wir uns in der Familienmedjeles. Die Medjeles ist eine Art Familienwohnzimmer, die aber ein separates Gebäude ist und keinem Wohnhaus direkt angeschlossen ist. Dort gibt es mehrere große Räume, die je nach Funktion unterschiedlich eingerichtet sind. Zum Sitzen und Reden mit vielen Sesseln entlang der Wand. Zum Essen mit einem langen großen Perserteppich auf dem Boden. Und einzig zum Beten während des Ramadan ebenfalls mit Teppichen ausgestattet: in der Regel nur für Maghrib (Gebet nach dem Sonnenuntergang) sowie Isha (Nach Einbruch der Nacht) und Taraweeh (Nachtgebet zwischen Isha und Fajr [Morgengebet vor Sonnenaufgang]). Andere Nutzungen des dritten Raumes sind mir bislang nicht bekannt.

Zusätzlich besitzt diese Medjeles einen Waschraum, eine Küche und einen kleinen Innenhof. Die Ausstattung und Größe variiert stark und hängt vor allem vom Vermögen und Geltungsanspruch der Familie ab. Gemein haben aber alle Medjeles, dass sie ein Ort des Austauschs und der Geselligkeit sind, zu dem gelegentlich auch Freunde eingeladen werden. Die Traditionalisten unter den Qataris nutzen dazu auch gerne große Zelte. Im Sommer klimatisierte, im “Winter” klassische Beduinenzelte aus dicker Wolle. Bei der Elite der Qataris kann die Medjeles dann auch schon mal die Ausmaße eines kleinen Palastes einnehmen.

Zum Ablauf der Mahlzeit selbst kann ich nicht viel schreiben, außer dass von den knapp 35 Anwesenden während des Essens niemand auch nur ein Wort gesprochen hat. Nach einem Tag des Verzichts war der Hunger und Durst vermutlich so groß, dass das Essen andächtig geschah. Ich hebe das hervor, da die Essensrunden in der Vergangenheit zu gewöhnlichen Mahlzeiten mitunter ziemlich gesprächig waren und der Kontrast diesmal sehr groß. Da dies für Alle ein sehr privater Augenblick war, gibt es davon leider kein Foto. Ich überlass das eurer Fantasie. — Ich bin dankbar, auch als Nichtmuslim trotzdem als Gast an der Kultur teilhaben zu können. In manchen Ländern wäre das vielleicht nicht möglich.

Ein Platzhalter für die fehlenden Bilder des Iftar. Eine Hammer Kombination. Vollmundige Datteln mit geröstetem Sesam und vereinzelten Anissamen.

Es gab eine unüberschaubare Auswahl an herzhaften und süßen Gerichten, pflückfrischen und innen fast flüssigen Datteln und einigen Getränken, wie frischer Minzlimonade, Säften und Wasser. Beim anschließenden Beisammensein im “Loungeraum” wurden arabischer Kaffe in kleinen Gläschen und eine eiskalte Süßigkeit, die wie eine etwas übergroße weiche Praline mit leicht flüssigem Kern beschrieben werden kann, gereicht. — Doch trotz des Hungers haben die Qataris wie gewohnt extrem schnell, bzw. kurz gegessen. Alleine da ich das richtige Kauen beim essen bevorzuge, werde ich mich daran wohl nie gewöhnen. Zurück blieb ein Berg von Essen, der allerdings unter den Angestellten verteilt wurde.

Die einzigen Wolken, die heute hier zu sehen waren

Ich werde wohl die Nacht noch davon träumen, und wie so oft auch von kaltem Wetter und Regen. Ja, seid dankbar für den Niederschlag in Europa. Hier in Qatar regnet es durchschnittlich nur an 8 Tagen im Jahr. Und im Sommer ist die hohe Luftfeuchtigkeit von rund 90% nur dazu da, um den Körper noch schneller in den Schweiß zu treiben, zum Regen wird die im Sommer leider nie. Am Abend war es um 22:00 Uhr immer noch 39° C “warm”. Ciao

Die letzten beiden Tage waren arm an Unternehmungen. Ich habe einem Freund geholfen, seinen Hausflur mit Laminat auszulegen. Als Nichtprofis haben wir wahrscheinlich einige Male mehr Zeit gebraucht, als Profis gebraucht hätten, dafür ist es aber präzise und ordentlich geworden. Wer noch nie probieren durfte, einen vielfach verwinkelten und türreichen Raum mit Laminat auszustatten, sollte das einmal probieren. Ich finde das ist eine großartige Art und Weise zu Meditieren oder sich zumindest in Geduld zu üben. Nach zwei Dritteln, wenn die einfache Seite bereits geschafft ist und die Türrahmen, Treppengeländer und so weiter anstehen und spätestens, wenn die scheinbar clever angefertigten Schablonen aus Pappe manchmal doch nicht helfen. Spätestens dann zeigt sich, ob man zur Geduld fähig ist und in sich ruht. Ganz nebenbei darf man sich gefühlte tausend mal bücken zum Verlegen und aufstehen zum Zuschneiden, das trainiert Bauch, Beine, Po und Rücken. Also eigentlich die ideale Freizeitbeschäftigung (-;

Das Laminat stammt tatsächlich aus Deutschland, die Geräte waren japanische, die Trittschallisolierung und das Stemmeisen aus Saudi Arabien. Irgendwann zwischen Stichsäge und Fuchsschwanz realisierte ich, dass Qatar so gut wie nichts außer Lebensmitteln, Erdölderivaten, Flüssiggas und Aluminiumrohlingen produziert. Letzteres übrigens im größten Aluminiumschmelzofen der Welt. Zwar hat Qatar keinen Bauxit (Der Rohstoff aus dem Aluminium gewonnen wird), aber extrem viel billigen Strom aus Gaskraftwerken.

Ich merke ich drifte ab — Ich werde die nächste Woche überraschend ohne meinen Gastgeber verbringen. Er fliegt heute ins Ausland, um einen unserer gemeinsam Freunde im Krankenhaus Gesellschaft beim Ramadan zu leisten, da dieser kurz vor seiner Rückreise nach Qatar spontan erkrankt ist und sogar operiert werden musste.

Statt euch weiter meine körperliche Erschöpfung in Form sinnlosen Schreibens weiterzugeben, teile ich einfach noch zwei Fotos ;-). Ab Heute ist dann Ramadan. Ich bleibe gespannt.

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Zwei indische Desserts: „Kesari Bath” und „Gulab Jamoon” Die gefühlt pro 100g Menge Dessert 200g Zucker und weitere hundert Gramm Fett enthalten. Wie das gehen soll? Ich habe keinen blassen Schimmer. Jedenfalls habe ich nach dem Verzehr Angst bekommen, augenblicklich an Diabetes zu erkranken. Die schaumige Flüssigkeit ist beidesmal indischer Gewürztee, der nach den Desserts ziemlich bitter herb schmeckte.

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Das Sheraton Hotel. Das könnte auch eine Requisite aus einem der alten Star Wars Filme sein, stammt aber aus den Siebziger Jahren. Zu der Zeit war ringsherum nichts als Wüstenboden. Die Bilder dazu werde ich organisieren und dann hochladen.

Wassermelone, geschnitzt

Eine Dekoration anlässlich des am 20.Juli beginnenden Ramadans.

Am kommenden Freitag beginnt für die muslimische Welt der wichtigste Monat des Jahres. Der Ramadan. Der Alltag dreht sich für Muslime fortan um das Fasten tagsüber und das allabendliche Fastenbrechen. Aber auch die Nichtmuslime müssen sich gezwungenermaßen an den veränderten Rhythmus anpassen. Ein Großteil der Restaurants hat tagsüber geschlossen, wie auch viele Supermärkte und andere Geschäfte. Auch das Verzehren von Speisen und Getränken, sowie Rauchen in der Öffentlichkeit wird als grober Affront gewertet und kann leicht zu einer Verwarnung durch die Polizei führen. Auch das öffentliche Tanzen und Singen sind einen Monat lang nicht erwünscht.

Also, wie läuft ein typische Tag für die Muslime im Land ab? Nach Sonnenuntergang wird Iftar verzehrt: Eine kleine Mahlzeit, wie Datteln, getrocknete Aprikosen und Säfte. Anschließend wird das Abendgebet gebetet. Erst danach wird ein üblicherweise opulentes Festmahl im Kreise der Familie und mit Freunden eingenommen. Traditionell sind dabei gegrillte ganze Tiere wie Lämmer oder Ziegen. Qatarische Freunde von mir grillen zu Anlässen wie diesem auch schon mal ein Babykamel! Dieses stammt dann vom eigenen Bauernhof. 

Neben Iftar wird Suhoor verzehrt. In Qatar passiert dies häufiger im Anschluss an Iftar und ufert auch zu richtigen Partys mit großen Buffets, Unterhaltungsprogrammen und Co. bis in die späte Nacht aus. Viele Menschen essen Suhoor allerdings tatsächlich kurz vor Sonnenaufgang. 

Nach Ende des Monats feiern die Muslime Eid Al-Fitr und Eid Al-Adha. Das erste ist das Feiern des Fastenendes. Das zweite ist das Opferfest, bei dem viele Tiere wie Schafe und Ziegen geschlachtet werden. Dieser Tag hat eine ökonomische Bedeutung wie die Weihnachtsfeiertage in der westlichen Welt. Die Menschen beschenken sich gegenseitig und verzehren eine große Zahl von aufwändigen und teuren Süssigkeiten. Außerdem werden die feinsten Kleider und sogar neue Möbel für diesen Anlass gekauft.

Und da sind wir bei einer großen Gemeinsamkeit unserer Kulturen: Der Konsum.

Ich bin gespannt, wie ich die nächsten fünf Wochen erlebe und werde euch berichten.

 

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Zugegeben, über Geschmack lässt es sich vortrefflich streiten, aber ich bin nach vier Tagen in Qatar an einem Punkt, an dem ich mich frage, wie manche Menschen hier ihren Geschmack entwickelt haben. Und doch überwiegt dabei deutlich die Neugierde. Ein Bereich in dem auch die Zentraleuropäer geschmacklich leidenschaftlich gerne polarisieren, ist das Auto. Auch wenn mich Autos persönlich bislang wenig interessiert haben, komme ich nicht umher, täglich für mich absurde, dekadente, riesige Autos zu entdecken die alle gemeinsam haben, dass Sie für meine bisherigen Verhältnisse richtig teuer sind. Gerne bediene ich das Vorurteil, dass die reichen Araber nichts anderes machen als dicke Autos zu fahren. Die Realität ist, dass hier Alle dicke Autos fahren, wenn Sie sich dies leisten können, auch die Europäer. Das liegt am Benzinpreis von 12ct./Liter und auch an den verschwindend geringen Steuern auf alles (Mit Ausnahme der Einkommen, denn die sind steuerfrei). Aber ich schweife vom Geschmack ab.

Ich habe den Eindruck, dass die Jugendlichen möglichst auffällige (amerikanische) Autos fahren, wohingegen die wirklich reichen Leute sich in Qatar vor allem auf den obligatorischen Landcruiser für schweres Gelände und schweren Feierabendverkehr verlassen. — Für die entspannte Stadtfahrt am Wochenende greifen sie dann gerne auf Fahrzeuge aus Bayern und Baden Württemberg zurück.

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Spannend wird die Geschmacksfrage für mich aber erst bei Lebensmitteln. Denn die schmecken wir eben mit all unseren Sinnen (Nein, das ungegerbte und so charakteristisch riechende Leder unter dem Porschefahrersitz zählt nicht). Die Küche meiner derzeitigen Unterkunft wird im Prinzip von drei Nationalitäten genutzt. Indien, Schottland und Deutschland. Versucht einmal anhand der folgenden Bilder herauszufinden, welches Fach wem gehört! Der Kühlschrank ist entsprechend sehr ähnlich gefüllt.

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das Fach auf dem Foto unten ist doppelt so groß, weil es von zwei Personen einer Nationalität genutzt wird.

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Es ist natürlich Unfug, hieraus eine Verallgemeinerung für die jeweiligen Länder abzuleiten, aber es ist so verführerisch sich dem Stereotyp hinzugeben. Ich überlasse den Rest eurer Fantasie…

Oha, mir fällt auf, dass ich bisher fast nur über das Essen und die Hitze schreibe. In dem Sinne schicke ich euch allen eine große Portion Sommerhitze und wünsche mir richtiges Brot und eine kühle Brise am Abend von euch!

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Wie die meisten von euch wissen, essen manche Menschen ohne Besteck und benutzen stattdessen Ihre Hände. Die muslimischen Araber und insbesondere alle Golfanrainer benutzen aber lediglich die rechte Hand. Die linke Hand gilt als unrein. Wenn ich überlege, dass Toilettenpapier zumindest hier in Qatar nicht so beliebt ist…, dann kann ich das verstehen. Es gibt hier die identischen Wasserbrausen am Klo, wie in Finnland. Jedoch gibt es in Finnland noch die Kombination aus Papier und Brause.

Heute hatte ich jedoch die große Ehre zu einem exzellenten iranischen Restaurant zu gehen wo, wer hätte das gedacht, auch mit den Händen (der rechten Hand) gegessen wird.Es heißt El Dehleez Restaurant. Es gab “laham arabi ma3 mandhi”. Lamm auf Reis mit Sauce und mutierten Riesenrucolablättern die mit einer halben Zwiebel und drei Vierteln einer Zitrone garniert wurden. Das ganze wird auf einer Wegwerf”Tisch”decke angerichtet. Auf den ersten Blick spartanisch, aber lecker. Liebe Vegetarier, sorry! Aber das Fleisch war so zart, wie man es sich nur schwer vorstellen kann. Es fiel quasi beinahe selbsttätig vom Knochen. Allerdings wäre die Benutzung einer Gabel deutlich weniger lust- und Genussvoll gewesen als meine rechte Hand. Probiert mal aus, mit eurer Hand zu essen. Es lohnt sich. Überdies machen uns das unsere 1-3 Jährigen Zeitgenossen schon so schön vor.

Der Rhythmus ist das Gewönungsbedürftigste für mich in Doha. Vorhin, um 1:20 haben wir dann unser spätes Abendessen eingenommen. Eine extrem dünne Schawarmarolle. Wie aus 1001 Nacht. Nach geheimnisvollen Gewürzen und Kräutern duftend. Es wundert mich, dass das öffentliche Leben sich nicht vollständig in die kühleren Nachstunden verlagert. Allerdings sind durchaus viele der zahlreichen Baustellen tagsüber inaktiv. Nach Sonnenuntergang ertönt wieder das dann gespenstige Klopfen, Klingen und Hämmern eines wahren Heeres an Gastarbeitern aus den ärnsten asiatischen Ländern.

Gute Nacht und träumt schön von exotischen Speisen und Getränken.

Der erste Gang heute Morgen führte mich auf unsere Dachterasse. Die knapp 10 Minuten haben sich wie eine milde und trockene Sauna angefühlt, wohingegen meine Ankunft gestern sich noch wie eine Biosauna anfühlte, allerdings mit hoher Luftfeuchtigkeit. Wie erwartet habe ich von oben kein Leben auf der Straße wahrgenommen. Und doch hat es sich gut angefühlt, nach den Wochen des Spätwinterwetters in Hamburg richtig gut durchgewärmt zu werden.

Was machen aber die anderen Einwohner, um mit der großen Wärme umzugehen? Alle Bau-, Straßen- oder Gartenarbeiter tragen einen Beduinenartige Kopfbedeckung und scheinen dadurch einigermaßen über die Runden zu kommen.

Die Inder trinken einen, Karak genannten, süßen, starken und ziemlich heißen Schwarztee mit Milch (den auch viele Qataris lieben). Und er hilft tatsächlich, auch wenn ich erstmal noch mehr schwitze. Außerdem essen diese, wie allseits bekannt auch hier höllisch scharfes Essen.

Die Qataris tragen lange Baumwollunterhosen unter “Thobe” genannten weißen langen Gewändern und Kopftuch. Die Frauen übrigens in Schwarz. „Warum das?” fragte ich verwundert. „Weil der schwarze Stoff noch dünner sein kann, ohne transparent zu werden” war die Antwort. Aha.

Inklusive der restlichen Leute halten sich aber alle, die es sich erlauben können, bevorzugt in klimatisierten Autos, Häusern oder Einkaufszentren auf. In den Malls kann man auch im Sommer sportlich aktiv herumlaufen, um die verbrannten Kalorien wieder mit allerlei ungesunden Zuckerwaren aufzufüllen. Ich habe den Eindruck, dass das Bruttoinlandsprodukt in Qatar zwar Konsumententräume wahr werden lässt, jedoch das Bewusstsein, wofür das Geld ausgegeben wird, bei einer Mehrheit der Einheimischen nicht sehr ausgeprägt ist. Also fast wie in Deutschland. Der Unterschied zu Europa ist, dass hier viele Menschen zusätzlich zum üppigen Geld auch verdammt viel Freizeit haben. Mein Eindruck ist, dass es keine Normalgewichtigen Qataris gibt. Entweder sind sie sehr schlank, oder sehr dick. Entsteht dieser Eindruck womöglich durch den Kleidungsstil?

Einige der Fragen, die mich überhaupt nach Qatar gebracht haben: welche Impulse könnten die Antriebslosigkeit und Komsumlust der jungen qatarischen Generation wandeln? Unter welchen Bedingungen kann sich die Identität der qatarischen Gesellschaft im eigenen Land neu erfinden? Und, was macht Qatar abgesehen vom Erdgasreichtum und einer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung überhaupt aus? Jedoch werde ich darauf bei anderer Gelegenheit tiefer eingehen.

Zum Abschluss dieses ungeplanten Blogeintrags schicke ich euch den Beweis, dass deutsches Bier auch bei den Arabern weit vorne mitmischt ;-). “ein Gruß in die Heimat”.

So long. Bis bald.

Holstenbier arabisch

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