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Dieses Wochenende habe ich ausschließlich zur Erholung genutzt. Die letzte Nacht habe ich daher in der Wüste am Strand verbracht. Mit drei Freunden bin ich gestern zeitig aus Doha aufgebrochen, so dass wir unser Camp noch vor Mitternacht beziehen konnten. Ein wenig weg vom Trubel hatten wir unseren privaten halbwegs einsamen Strandabschnitt. Dort haben wir ein leckeres Picknick gegessen und anschließend ein Bad im Meer genommen. Dieses war am Ufer ziemlich warm und bis auf die entstaubende Funktion wenig erfrischend. Wir gingen also weiter ins seichte Wasser, um schließlich herauszufinden, dass das Wasser dort immer wärmer wurde.

Beim Schwimmen konnten wir ein spektakuläres Naturschauspiel beobachten. Jede Bewegung im Wasser löste einen Sturm heller funkenähnlicher Leuchtpunkte aus. Diese wurden durch einzellige Algen ausgelöst, die auf physische Belastung mit Biolumineszenz reagieren. Dabei kommen diese Organismen pro Liter Meerwasser bis zu millionenfach vor.

Die zweite temperaturabhängige Erfahrung war das unmittelbare Erleben thermischer Phänomene. Bei unserer Ankunft herrschte ein steifer auflandiger Wind vor und trotzdem eine stark schweißtreibende Schwüle, die nur aufgrund des Windes aushaltbar war. Ungefähr um 1.00 Uhr morgens herrschte plötzlich Windstille und der Schweiß rann augenblicklich noch stärker als zuvor. Kaum 10 Minuten später trat zunächst eine leichte ablandige Brise auf, die unseren Rücken erfrischte und die Schwüle blitzschnell vertrieb. Es war kühle Luft aus der Wüste hinter uns. Bis etwa vier Uhr morgens konnten wir so sehr angenehm schlafen, bis sich der Wind erneut zu einer feuchtheißen Meeresbrise wandelte. So deutlich habe ich den thermischen Wandel zwischen Tag und Nacht noch nicht erlebt.

Da ich selbst hier noch kein Auto besitze und ein geländetaugliches Allradfahrzeug obligatorisch ist, bleibt mir ein Ausflug tiefer in die Dünenlandschaft, die im Süden Qatars eine natürliche Grenze zu Saudi Arabien bildet, bislang verwehrt.

Anbei ein paar Eindrücke:

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Qatar besitzt einen von rund 20 Orten weltweit, an denen sogenannte singende Sanddünen existieren.

Bis heute streiten sich Wissenschaftler über die genaue Erklärung für dieses Naturphänomen. Dabei entsteht der Klang, den man als Vibrieren, Summen, Klingen, Quieken oder auch Grummeln bezeichnen könnte, einerseits durch Wind, der Sand auf die windabgewandte Seite der Düne bläst. Andererseits durch das Betreten und in Bewegung Versetzen des Abhangs oder auch des Kamms der Düne. Dabei kann man in sitzender Haltung mit dem Hintern, Füßen oder Händen verschiedene Tonhöhen erzeugen. Ich habe mir vorgestellt, dass man in einer koordinierten Aktion mehrerer Personen sogar Harmonien und Rhythmen erzeugen könnte. Das bleibt zu probieren, bis mich irgendwann musikalisch passionierte Menschen besuchen mit denen ich das Experiment wagen werde.

Mit dem Auto gelangt man in einer guten Dreiviertelstunde vom Zentrum Dohas an die Dünen. Dabei passiert man einerseits einen amerikanischen Militärstützpunkt,  andererseits ein paar Ölpipelines. Diese führen alle nach Messaieed; Das Zentrum der erdölchemischen Industrie in Qatar. Die Mischung aus Militär, lebensfeindlicher Wüste und dem Erdöl haben etwas bedrohliches an sich.

Der Sand selbst aber erinnert an Vogelsand für Hausvögel, wenngleich er ungleichmäßiger gefärbt ist. Jeder Tritt bringt den Sand ins Fließen, welches eher an eine Flüssigkeit, denn an Sandkörner erinnert. Wenn ich in Qatar Snowboard fahren wollte, dann hier. Also eher Sandboard. Das besteigen an der Leeseite habe ich als extrem anstrengend empfunden, auf der Luvseite ist der Sand hart und ziemlich trittfest. Daher lohnt sich das abfahren auf der Leeseite und das umrunder der Düne zum erneuten besteigen.

Schon Marco Polo und andere Entdecker begegneten dem Phänomen der singenden Dünen und glaubten unter anderem an böse Geister, welche die Reisenden vom Weg abbringen wollen. Aber nun versuchen etliche Wissenschaftler der genauen Ursache für das Klangphänomen auf die Spur zu kommen.

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