Archives for the month of: August, 2012

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Einem Anflug von Heimweh in Doha begegnete ich heute durch einen Ausflug zur deutschen Bäckerei in einem Luxusapartmentgebäude. Den Weg zur Kasse schaffte ein Kastenlaib Sorte »Vollkornbrot« sowie ein Körnerbrötchen, ein Roggenbrötchen und eine »Nussecken«. Ja, das stand tatsächlich auf den Schildchen.

Die Brötchen überlebten die anschließende Fahrt nicht, sie schmeckten sogar überraschend gut. Dem Preis nach zu urteilen waren dort goldene Kerne eingebacken.

Am Nachmittag wurde das Brot auf die Probe gestellt. Nun ja, verglichen mit einem guten durchschnittlichen deutschen Kastenbrot war es zu locker und die auffällig dunkle Färbung verriet die grosse Menge Zuckerkulör der verwendet wurde.

Warum schreibe ich über ein profanes Erlebnis wie dieses? Ich könnte behaupten, es waren die Emotionen die ich mit der Situation verbinde. Und auch wenn das für mich persönlich relevant ist, wurde ein ganz anderer, nicht weniger wichtiger Gedanke in meinem Kopf entzündet. Meine eigene kulturelle Identität und kulturelle Identität überhaupt.

Seit ein paar Wochen beobachte ich die kulturelle Identität der in Qatar lebenden Menschen. Was sehe ich dabei? Anpassungskampf, scheinbaren identitätsverlust, Abspaltung, Improvisation sowie Kompromisse, Gettoisierung und eine moderne kulturelle Salatschüssel oder die neudeutsche Mixing-Bowl.

Die Selbstbeobachtung zeigt mir, dass ich bereits beginne, einen größten gemeinsamen Nenner zu finden. Kaum vorhandene deutsche Kulturelemente werden zugunsten einer europäischen Kultur aufgegeben. Ein original französisches Baguette ersetzt plötzlich das steinofengebackene Sauerteigbrot und die früher verachteten holländischen Wassertomaten erscheinen plötzlich wie würdige Vertreter der besten sizilianischen Datteltomaten.

Warum ist das so? Vielleicht sind wir mittelfristig garnicht anpassungsfähig. Wir tun es zwar aus Zwang, aber wir lieben es nicht. Ich glaube, dass wir unsere Herkunft kaum ausblenden und nicht ersetzen können.

Auf diesem Gedanken erscheinen die weltweit anhaltend großen Flüchtlingsströme wie ein kultureller Genozid. Die Traditionen, die an das Land, den Boden, geknüpft sind, gehen unwiderruflich verloren.

Solange die Ablenkungen groß und zahlreich genug sind, gelingt es eine Zeit lang, den Umstand, in der Fremde zu sein, auszublenden. Lediglich die Volksgruppen in Qatar, die hinreichend zahlreich vertreten sind, schaffen sich ihre kulturelle Infrastruktur durch Geschäfte, Restaurants und andere kulturelle Einrichtungen und importieren sich ein Stück alte Heimat fern der vorherigen Heimat.

Wesentlich interessanter als die Nahrungsgewohnheiten scheinen jedoch kulturbedingte Verhaltensunterschiede zu sein. Hier in Qatar ist es populär über die mangelnden Fahrkenntnisse mancher Volksgruppen zu lästern. Das ist noch eine leichte Beobachtung. – Etwas unauffälliger werden die Unterschiede im Dienstleistungsbereich. Scheinbar eingebläut wird den Kellnern hier das »Sir« und eine möglichst unterwerfende Bedienungsform. Es Bedarf einiger Beobachtung, um weitere deutliche kulturelle Unterschiede zu entdecken. Auch weil die Sprache und Äußerlichkeiten die Beobachtung leicht ausfüllen. Noch subtiler werden die Unterschiede, die in Hinterzimmern oder auch Palästen entschieden werden. –
Ein Beispiel: nach einigen Besuchen in den USA und Großbritannien dachte ich, dass die Menge an Tüten, die man an den Supermarktkassen bekommt, ein Sättigungslevel erreicht hat. Ich hatte mich getäuscht. Hier in Qatar erhält man in der Regel beinahe für jedes gekaufte Produkt eine separate große Plastiktüte. Abgesehen davon, dass solch eine Praxis Quatsch ist und es den Transport nach Hause nur erschwert, frage ich mich, was der Grund dafür ist. Die Einpacker an der Kasse, die Filialleiter der Supermärkte, die Gesetzgeber, oder doch das Verhalten der Konsumenten. Konsumenten die sich möglicherweise durch gelegentliches Trinkgeld bei den Einpackern bedanken, dafür dass sie Zuhause Schränke mit Tüten füllen können und eine gute Ausrede hätten, dass sie die Tüten nicht mehr finden und mehrmals benutzen können?

Die Frage bleibt stehen, auch da sie suggestiv ist. Ich habe einen einzigen Versuch unternommen, benutzte Tüten zu einem Einkauf erneut mitzunehmen. Sie wurden von einem der beiden Einpacker dankend entgegengenommen und behände in einen Abfallkorb befördert. Selbst meine hartnäckige Aufforderung, meine neuwertigen Tüten für das Einpacken meines Einkaufs zu verwenden, wurde ebenso hartnäckig ignoriert. in Deutschland, wo man für jede Tüte Geld bezahlt, könnte man noch eine versteckte Profitmasche vermuten, aber hier! –

Was sagt uns das über kulturell bedingtes verhalten? Vielleicht, dass es zwar anstrengend sein kann das eigene nicht aufzugeben, jedoch auch einen kleinen Impuls zur Veränderung gibt. Die ökologische Gefahr der gemeinen Plastiktüte wurde bereits hinreichend wissenschaftlich untersucht. Das Wissen darüber erscheint mir jedoch noch exklusiv.

Mein Fazit: Ein Land das den wichtigsten Rohstoff für Plastik aus dem Hahn zapfen kann, besitzt nicht unbedingt die Erkenntnis diesen auch verantwortungsvoll zu benutzen.

Sollte diese Erkenntnis auf politischer Ebene bereits existieren, fehlt bislang jede Spur einer entsprechenden Gesetzgebung. Das Volk hat keinen inneren Anreiz, das Verhalten zugunsten einer besseren Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes zu ändern. Meine Prognose ist, dass erst die jetzige junge Generation an gebildeten Qatari, die Teile ihres Studiums in Europa verbringen, später zurück in der Heimat echte Impulse zur gesellschaftlichen Veränderung setzen können. Wenn ich eine Empfehlung machen dürfte, würde ich den deutschen Kultusministern die Schaffung einer Infrastruktur ans Herz legen, die qatarischen Studenten ein Auslandsstudium in Deutschland schmackhaft machen kann. –

Bis dahin kann man sich an zaghaften Anzeichen eines wachsenden Umweltbewusstseins in Qatar erfreuen. Auch wenn es sich hier um ein Lifestyleprodukt für Gutbetuchte handelt…

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Derweil freue ich mich am deutschen Klischee des jutetaschentragenden Weltverbesserers auf dem Weg zum Bioladen. Die Wahrheit ist, wenn es mehr davon gäbe, könnte die Welt tatsächlich ein wenig schöner sein.

Apart from unexpected signs like the camel one, you can encounter another rare species of road-features in Qatar: Speed-bumps, literally in the middle of the desert. Without any residents interested in protecting their playing children or lowering the traffic noise. Speed-bumps like this scare the crap out of you when you suddenly see them at night without real warning and you have to break hard not to go flying on them. I really wonder who came up with some of the ideas, and why.

What I find funny, is that people tend to drive around these speed-bumps rather than decreasing their speed. Either they don’t care about their car, or they can just afford making these crazy moves.

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Seriously I have no idea, of why there would be camels crossing the road here. Far from the highways, there are still places to go on a good old fashioned road trip on near deserted roads through the landscape of Qatar.

 

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Zur Fortsetzung der Serie über Moscheen, anbei noch weitere Beispiele.

Dieses Wochenende habe ich ausschließlich zur Erholung genutzt. Die letzte Nacht habe ich daher in der Wüste am Strand verbracht. Mit drei Freunden bin ich gestern zeitig aus Doha aufgebrochen, so dass wir unser Camp noch vor Mitternacht beziehen konnten. Ein wenig weg vom Trubel hatten wir unseren privaten halbwegs einsamen Strandabschnitt. Dort haben wir ein leckeres Picknick gegessen und anschließend ein Bad im Meer genommen. Dieses war am Ufer ziemlich warm und bis auf die entstaubende Funktion wenig erfrischend. Wir gingen also weiter ins seichte Wasser, um schließlich herauszufinden, dass das Wasser dort immer wärmer wurde.

Beim Schwimmen konnten wir ein spektakuläres Naturschauspiel beobachten. Jede Bewegung im Wasser löste einen Sturm heller funkenähnlicher Leuchtpunkte aus. Diese wurden durch einzellige Algen ausgelöst, die auf physische Belastung mit Biolumineszenz reagieren. Dabei kommen diese Organismen pro Liter Meerwasser bis zu millionenfach vor.

Die zweite temperaturabhängige Erfahrung war das unmittelbare Erleben thermischer Phänomene. Bei unserer Ankunft herrschte ein steifer auflandiger Wind vor und trotzdem eine stark schweißtreibende Schwüle, die nur aufgrund des Windes aushaltbar war. Ungefähr um 1.00 Uhr morgens herrschte plötzlich Windstille und der Schweiß rann augenblicklich noch stärker als zuvor. Kaum 10 Minuten später trat zunächst eine leichte ablandige Brise auf, die unseren Rücken erfrischte und die Schwüle blitzschnell vertrieb. Es war kühle Luft aus der Wüste hinter uns. Bis etwa vier Uhr morgens konnten wir so sehr angenehm schlafen, bis sich der Wind erneut zu einer feuchtheißen Meeresbrise wandelte. So deutlich habe ich den thermischen Wandel zwischen Tag und Nacht noch nicht erlebt.

Da ich selbst hier noch kein Auto besitze und ein geländetaugliches Allradfahrzeug obligatorisch ist, bleibt mir ein Ausflug tiefer in die Dünenlandschaft, die im Süden Qatars eine natürliche Grenze zu Saudi Arabien bildet, bislang verwehrt.

Anbei ein paar Eindrücke:

Next bus stop 1 km

Doha besitzt zwar ein System öffentlicher Busse, dieses ist jedoch unzuverlässig und deckt nur einen kleinen Teil der Stadt ab. Die Fahrpläne sind Glückssache und die Bushaltestellen ein Schild am Straßenrand. Manchmal steht dieses sogar auf der Autobahn. Richtige Wartehäuschen, geschweige denn Sonnen- oder Hitzeschutz sucht man vergebens.

Daher verwundert es mich nicht, dass ein Großteil der Menschen ein eigenes Auto besitzt oder auf die mehr oder weniger präsenten Taxis angewiesen ist. Es gibt offizielle türkisfarbene Taxen der staatlichen Firma “karwa” mit Taxameter und eine unbekannte Zahl privater, meist nichtangemeldeter, Taxen. Auch wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist, das Taxameter laufen zu lassen, nutzen die Fahrer die Knappheit an Fahrzeugen oft aus, um überzogene Festpreise zu verlangen. So zahlt man für eine Fahrt von West Bay (Dem Geschäftszentrum der Stadt) in das alte Zentrum Dohas, fast soviel wie für eine volle Tankfüllung eines kleinen Geländewagens.

Wer es sich leisten kann besitzt daher mindestens ein oder mehrere Autos, je nach Zweck. Den Pickup zum gelegentlichen Transportieren von Tieren oder schleppen einer Yacht. Den Landcruiser zum bequemen Familienausflug ins Einkaufszentrum. Und den getunten deutsche Luxussportwagen zum herumfahren und gesehen werden. Selbstverständlich gibt es auch bescheidene kleine PKW, jedoch ist das Straßenbild geprägt durch die größten verfügbaren japanischen und seltener auch amerikanischen SUV. Da diese kaum mehr auffallen, greifen die Eigentümer zum “Farbeimer” und lassen sich ihr Fahrzeug in grellen und eher unüblichen Farben streichen (Mehr dazu in meinem alten Beitrag): Pink, Neonorange, Neongrün, Mattgrau, oder auch Gold. In Deutschland würde man am Steuer eher Mitglieder des Rotlichtmilieus vermuten, hier sind es ganz normale Bürger mit lediglich leicht erhöhtem Geltungsbedürfnis.

qatar taxi

Gang selten sieht man echte Klassiker auf der Straße. Ohne Klimaanlage oder jeglichen Schnickschnack. Dabei ist die staubige Luft Qatars nicht die Umgebung der ich solche Autos aussetzen würde.

contrasting cars

“tastefully” painted car…

Derweil plant Qatar ein Netz aus Schienenverkehr. Bislang gibt es noch nicht eine Strecke im ganzen Land. Pünktlich zur Fußball-WM 2022 soll dann ein U- und S-Bahnnetz fertiggestellt werden, welches vor allem die Expats, aber auch Touristen effizient und umweltschonend transportieren wird. Ob die qatarischen Staatsbürger jedweden Nahverkehr nutzen werden, scheint mir heute ungewiss. Das momentan entstehende Viertel Mscheireb wird zudem neben zwei verschiedenen U-Bahnstationen eine dezidierte Straßenbahn besitzen, die in kurzer Taktfrequenz auf einer Kreisbahn den direkten Personennahverkehr leistet und die Laufwege drastisch verkürzt.

Ohne diese Projekte stünde Doha und wahrscheinlich auch dem Umland eine staugeplagte Zukunft bevor. Bereits jetzt muss das kreisverkehrreiche Straßennetz am Wochenende, zur Hauptverkehrszeit am Abend und an Feiertagen kapitulieren. Auch wenn europäische und amerikanische Verkehrsplaner an der Entwicklung beteiligt sind und weiter beteiligt werden, habe ich den Eindruck, dass die meisten Maßnahmen mit einem Planungshorizont weniger Jahre gebaut werden. Durch die stetige Zuwanderung gelangt jede neu entstandene Straße rasch an ihre Kapazitätsgrenzen.

Es gibt in Doha kaum Anreize das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu benutzen. Das liegt an gänzlich fehlenden Fahrradwegen und einer weitverbreiteten halsbrecherischen Fahrweise vieler Verkehrsteilnehmer, die Fahrradfahrer zu einer bedrohten Spezies macht.

Somit stellt Doha sämtliche Voraussetzungen bereit, um einen sitzgeprägten Lebensstil in allen Lebenssituationen zu fördern und zu bewahren. Eine Folge sind die bereits erwähnten weitverbreiteten Gesundheitsprobleme der Qataris. Um diese nachhaltig zu bekämpfen, bedarf es ganzheitlicher Konzepte, um neue “alte” Gewohnheiten zu verändern und ein Bewusstsein für den Wert der körperlichen Bewegung zu schaffen. Eine zentrale Rolle spielen dabei meiner Meinung nach auch die Fortbewegungsmittel des Alltags und überdies eine Stadtplanung, die Fußwege in der Kurzdistanz erleichtert und fördert. Das beste Beispiel einer vergleichbaren Stadt ist dabei Abu Dhabi, das Fußgängern attraktive Wege und auch Umgehungen der Straßenkreuzungen anbietet.

Zur Erfüllung meiner heutigen Bewegungsration FAHRE ich später noch zum Salsatanzen.
Bleibt alle schön fit!

Torch Tower

Aspire ist eines der Vorzeigeobjekte Qatars. Es handelt sich um eine Sportakademie, die zum einen Sporttraining auf Weltklasseniveau anbietet. Das spricht vor allem gutbetuchte Eltern weltweit an, die ihre kostbaren Zöglinge dort in fachkundige Obhut geben und zu Tennis- und anderen Sportprofis herantrainieren lassen können. Andererseits gibt es Einrichtungen, die hauptsächlich von Breitensportlern genutzt werden. Darunter ein nennenswerter Anteil von Qataris. Dementsprechend werden freie Plätze zuerst an Qataris, dann an ausländische Einwohner mit Aufenthaltserlaubnis und schließlich an Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis vergeben.

Neben dem aktuellen Sportbetrieb waren einige der Einrichtungen 2006 Austragungsstätten der Asian Games. Eine Art Olympiade zwischen asiatischen Staaten. Ein Wahrzeichen ist der sogenannte Torch Tower in dem heute ein Hotel samt langsam rotierenden Panoramarestaurant in der 47. Etage residiert.

Von dort hat man einen atemberaubenden Blick auf ganz Doha und das Umland. Die grünen und gepflegten Sportanlagen wirken dabei inmitten des Wüstenstaubs etwas deplaziert, und leicht surreal. Etwas weiter entfernt kann man die Siedlungsanlagen entdecken, die wie synthetische Legostädte, auf dem (heute digitalen) Reisbrett entworfen, sich in Reih und Glied präsentieren.

Für Qatar hat Aspire neben den Prestigegründen als Bildungsstandort auch die Aufgabe einen wettbewerbsfähigen heimischen Sportnachwuchs auszubilden. Vielleicht kann Qatar so zukünftig noch mehr Medaillen gewinnen, ohne weitere Sportsöldner anheuern zu müssen.

 

Torch Tower fassade

Aspire football fields

Fire-damage at the Villagio shopping-mall

Wedding-tents

Aspire Stadium

Wie angekündigt, teile ich jetzt meine Reflektionen über das vergangene Feiertagswochenende. Zunächst kann ich feststellen, dass sich mein Schlafrhythmus in den letzten Tagen des Ramadans nochmals drastisch nach hinten verlagert hat. Neben dem Besuch der Moschee in der 27. Nacht möchte ich insbesondere die Nacht des letzten Tages auf den Eid Feiertag hervorheben. Da habe ich garnicht geschlafen. Zum einen lag das an diversen sozialen Aktivitäten, zum anderen am frühmorgendlichen Eid Gebet um 5:20 Uhr. Auch diese Mal habe ich Freunde begleitet. Das Eidgebet wird traditionell unter freiem Himmel gebetet, in unserem Fall gingen wir in ein Fußballstadion dessen perfekt gepflegter Rasen hunderten Gläubigen Platz bot. Neben dem Ende des Ramadan markiert dieses Gebet den Beginn des Eid, im Volksmund auch Zuckerfest genannt. Dazu werden ähnlich zur Weihnachtszeit Unmengen von Essen gekauft, und die aufwändigsten und tollsten Gerichte Zubereitet, die die Familien beherrschen.

Neben dem Einkauf von Essen kaufen die Menschen neue Kleider, Möbel und auch Autos für den Feiertag und der Gang zum Frisör scheint mir beinahe obligatorisch. Der beobachtete Andrang war derart groß, dass die Frisöre keine Zeit hatten, zwischen den Kunden die geschnittenen Haare aufzukehren.

Mit Eid feiern die Muslime weltweit die Rückkehr zu Speis und Trank tagsüber und danken für die Kraft, den Ramadan erleben und überstehen zu dürfen. Nach meinem persönlichen Eindruck hat die Belastung durch Dehydrierung und Arbeit trotz Nahrungsverzicht in den letzten Tagen für die Mehrheit meiner Kontakte zugenommen. Öfter denn je hörte ich die Worte Kopfschmerzen, trockener Mund und große Müdigkeit. Die Stimmung jedoch war positiv und trotzdem empfand ich viele Menschen als viel geduldiger und zuvorkommender als sonst. Auch wenn im Geschäftsbereich Fehler passierten, waren diese nach der Fastenfrage schnell verziehen.

Da es mehrere freie Tage für die große Mehrheit der Angestellten gibt, wird der Anlass genutzt, um noch einmal vermehrt Freunde zu treffen und auszugehen. Da das Feiern nicht mehr sanktioniert wird, werden Feste veranstaltet und ausgelassen konsumiert bevor seit heute für viele wieder die regulären Arbeitszeiten gelten. Einige Firmen und die Regierung spendieren ihren Angestellten allerdings ein bis zu zwei Wochen Ferien.

Nun versucht fast Jeder sich wieder an den alten Rhythmus zu gewöhnen. Manche träumen aber noch dem Ramadan hinterher, der Besonnenheit und der vielen besonderen Momente. Obwohl es mir schwerfällt, gelingt mir der Wechsel durch Disziplin langsam aber sicher. Es bleibt die Frage was ich im Ramadan gelernt habe? Vielleicht die Wertschätzung der gegenseitigen Rücksichtnahme in einer Selbstbezogenen Gesellschaft. Vielleicht die Wichtigkeit des Teilens mit ärmeren Menschen. Vielleicht  aber auch die Besinnung auf mich selbst und meine eigenen Werte und Überzeugungen. Ich habe während dieses Monats kulturell gefastet. Mein bisheriges Leben wurde ohne Übergang drastisch verändert; die Entbehrungen waren zahlreich und haben mich Kraft und Geduld gekostet. Insgesamt bin ich aber dankbar für die Erfahrung und bereue nichts. Schließlich habe ich viele neue Menschen getroffen, meinen kulturellen Horizont stark erweitert und viel über mich selbst gelernt.

Nach der Sendepause der letzten Tage möchte ich einmal innehalten und bewusst noch vorne schauen. Langsam stellt sich bei mir ein Gefühl des Bekannten ein. Nicht vertraut, aber auch nicht mehr völlig fremd. Das merke ich äußerlich an meiner fast vollständigen Orientierungsfähigkeit in der Stadt, innerhlich daran, dass ich ein Gefühl dafür entwickelt habe, wie die Stadt funktioniert, wohin die Einheimischen gehen. Ich bin mir sicher, dass sich meine Reflektionen auf subtilere Themen konzentrieren wird, da mein Blick des Außenseiters von Verlust bedroht ist. Ohne Anstrengung werden mir die schnellen Observationen über das alltägliche Leben in Qatar in Zukunft nicht mehr so leicht gelingen.

Das lässt mich zwar wehmütig werden, aber auch zufrieden. Jede Periode der Ankunft in einer neuen Stadt oder einem neuen Land wird in der Regel begleitet vom Konflikt zwischen Anpassung oder Bewahrung der alten Identität. Letztendlich ist zumindest ein Mittelweg aus beidem langfristig unvermeidlich. Auch deshalb wechseln beispielsweise Diplomaten ihren Einsatzort im Ausland nach einer gewissen Zeit, um den eigenen kulturellen Nenner nicht aus den Augen zu verlieren oder gar bewusst aufzugeben.

Mir ist bewusst, dass sich die Phasen einer Neuankunft an einem Ort wandeln. Ich bekämpfe das nicht, sondern freue mich auf die neuen Erfahrungen und die neuen Möglichkeiten die damit einhergehen.

Eine Beobachtung ist, dass mir Privilegien zuteil werden, die viele meiner nichtdeutschen Bekannten nicht genießen. Unklar ist mir dabei, ob es tatsächlich an meiner Nationalität oder einfach an meiner Hautfarbe liegt. Ja, das ist Rassismus. Ich habe die Absicht, diese Privilegien zum Wohle vieler einzusetzen. Ändern kann ich nichts an dem Umständen, außer durch Offenheit prinzipiell jeder Nationalität gegenüber. Scheinbar paradox mutet mir die Tatsache an, dass zum Beispiel in Sicherheitsfirmen mit Angestellten aus Ländern mit weniger privilegierten Status in Qatar, regelmäßig ihre eigenen Landsleute verschiedener Orte verweisen, die mir uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Ob das schale Gefühl, welches ich dadurch gewinne abnimmt, weiß ich nicht. Und eigentlich habe ich kein Interesse dass dieses Gefühl jemals verschwindet.

Als stellvertretenden Eindruck der Eidfeiertage teile ich ein kurzes Video mit euch. Es ist das Abschluss des Feuerwerks in Katara.

// English
To give you a vicarious impression about the Eid holidays in Doha, I will just post a short video from tonight’s fireworks.

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This weekend I have very little time to write, as it is the last day of Ramadan today and everybody is busy preparing for Eid, that starts tomorrow. As I mentioned in my earlier post, people slaughter a lot of animals, buy new furniture, get new haircuts and so on. I began this day, watching the sun to quickly rise over the gulf. As I cannot write a lot now, I will share my experiences afterwards.

While driving home last time, I had to take a photo of an old american school bus. Here it is useless for children, due to not being equipped with an air-condition. Yet it is sufficient to drive around construction workers that will not have A/C at their work place, and thus would only get used to it. This brings up the topic of the public transportation system, that I will cover in one of my next posts.

Wie versprochen, folgen hier noch ein paar Fotos des Falken aus meinem letzten Beitrag.

As promised, I added a few decent photos of the falcon I mentioned in my earlier post

Last night was one of the most sacred nights of Ramadan for muslims, and some even consider it as the most important one, as for them it is the night that their prophet Muhammad received the revelations of the Qur’an. As there is no absolute certainty about which of the last ten nights of Ramadan might be Laylat al-Qadr, the night of Power, all the odd nights starting from the 21st night of Ramadan are considered as the most important ones. Thus the majority of muslims spend the whole night praying in the mosque, some even spend the whole last ten days of Ramadan there. According to islamic believe, Laylat al-Qadr equals a thousand nights, thus the prayers performed during that night count more than during any other time.

Fortunately I was able to experience the 27th of the nights with some friends of mine in the state Mosque of Qatar, the Sheikh Muhammad Ibn Abdul Wahhab Mosque. Correcting my last post about it, I heard that in fact it has room for around 30.000 people instead of 10.000.

The raka’at of the prayer were the longest I have experienced so far. Raka’at are the units of the islamic prayer that consist of all the sūrah (verses of the Qur’an), and movements described by their prophet. Unlike the regular prayers during one day, these two raka’at lasted about 20 minutes each, making it an intense experience.

Even though I did not understand a word of the imam’s recitation, the sound of his voice was soothing and peaceful. Following all the raka’at the duaa prayers were performed, which are not obligatory to my knowledge and can be compared to the rogations in church. People would ask for divine support for whatever they need it. At the end it became quite an intense experience, that can hardly be described. If you are interested to experience this most important moment in the islamic year, ask some friends to take you with them to the mosque. There is one more odd night

Somehow I did attract quite a lot of attention from other people who wanted to know if I also am muslim. I declined but wondered about why. The color of my skin possibly suggests, that I am most likely not born a muslim, and it is quite a big deal for muslims to see a non-muslim interested or at least curious about their practices. Needless to say, that I received a lot of wishes to convert to Islam, but I already got used to this since I have arrived.  Often this tends to lead to prolonged discussions about the reasons for why I did in fact not convert. I accepted that almost all the muslims I will meet, will make an effort to tell me about their religion, this is also part of living in a muslim country.

Even though I am just about to dive into a whole new topic, I just want to add, that I do enjoy some of the discussions among a group of muslims-only about their religion. I can see, that as human as it is to question, there are areas where cultural perspectives mix in with orthodox religious believe. Despite observing this, I have the impression, that this has led to a lot of prejudices about any religion by many people. They often see a cultural practice and mistake it as pure religion. Personally I object here. Looking at [religious] people is never looking at a religion. Members of any religion always interpret and make their own judgement and thus by nature don’t represent a religion to a hundred percent. This statement might get some to disagree heavily with me, as they will claim, that they do represent their religion a hundred percent.

Eventually most of the religious wars in the world originated on this misconception. I am not aware of any religion (scripture) that clearly orders people to kill each other. So, while possibly taking up the cudgels here for all Religions, I have found the following thinking a safe bet: If you want to judge about a religion, read the scriptures of that religion and don’t build your judgement just by looking at people. If we ever think, declaring believe for any form of religion makes anyone better than anybody else, we have already lost anyways.

Alright, I will leave it as that and go and enjoy the last 90 minutes of sunshine outside

Stay well.

(Since I have been pretty busy, today it is a post just in german. Sorry guys)

Eine Abwechslung zur beinahe täglichen Routine beim Abendessen vorgestern war die Präsenz eines Falken. Kein wilder Falke, eher ein gezüchteter und trainierter Jagdfalke. Es war ein stolzes und schönes Tier und mit einem Wert von umgerechnet 11.000 € auch noch ein teures dazu.

Daher überrascht es mich nicht, dass der Falke nicht in einem Käfig lebt, sondern einen klimatisierten Raum ganz für sich alleine hat.


Auch im Alter von 2 Jahren ist die Ausbildung zum Jagdfalken nicht abgeschlossen. Ein wichtiger Teil ist die andauernde Sozialisierung mit Menschen, Gerüchen und Geräuschen. Immer wenn der Vogel aufgeregter wurde, bekam er eine Kappe aufgesetzt, die für ihn völlige Dunkelheit erzeugte und augenblicklich beruhigte.

Manche arabische Liebhaber der Jagdfalken zahlen für besonders rare Exemplare oder besondere Jagdeigenschaften in seltenen Fällen auch schon mal mehrere hunderttausend Euro. Daher bekomme ich den Eindruck, dass es sich dabei auch um ein besonderes Statussymbol handelt. Letztlich verlangt ein hochspezialisiertes und erfahrenes Tier auch einen erfahrenen Falkner, um besondere Ergebnisse beim Jagen zu erzielen. Ein Auto oder eine Yacht entfalten ihren Eindruck im Gegensatz dazu alleine durch ihr Aussehen oder Ihre Größe.

Es fasziniert mich bereits, die wachsamen Augen und die Reaktionfähigkeit des Falken auf der Hand zu erleben. Ich habe nicht nur großen Respekt davor, sondern würde das gerne einmal bei der Jagd erleben.

Einerseits fasziniert mich die Präsenz eines derart anmutigen Tieres und seiner Fähigkeiten, andererseits verkörpert ein Vogel für mich das Gefühl von Freiheit besser als irgendein anderes Tier. Aus diesem Grund fühlt sich ein Vogel in Gefangenschaft für mich auf eine unbestimmte Art falsch an. Allerdings ist es nur begrenzt eine Gefangenschaft auf engem Raum. Immer bei der Jagd kann der Falke seinen Instinkten folgen.

Ich vermute, dass ein gezüchteter und abgerichteter Falke auch für eine gewisse Zeit in der freien Natur überleben könnte. Manche Züchter gehen aber davon aus, dass sie aufgrund zuchtbedingter Fehlprägungen nicht fortpflanzungsfähig sind (Da sie von Wildvögeln nicht akzeptiert werden). Dies trifft natürlich nur auf gezüchtete und nicht auf gefangene und dann abgerichtete Wildfalken zu.

Heute werde ich mit etwas angemessener Kameraausrüstung ein paar Portrait dieses Falken aufnehmen, die Bilder werden nachgeliefert. Ebenfalls erhoffe ich mir Erkenntnisse darüber, warum Falkenjagd in Qatar sich derart großer Beliebtheit erfreut. Da die Situation in anderen arabischen Ländern ähnlich ist, sind die Webseiten der meisten europäischen Züchter auch auf arabisch verfügbar.

Da ich die Jagd bislang nicht selbst erlebt habe, bleibt mir für jetzt einfach Erstaunen und die Überlegung, ob ich diese Freizeitbeschäftigung dekadent finden soll oder nicht.

 

This time I will treat my english reading audience to an all english post. I will add the german version soon.

This morning I went to Sea-line Beach in the south-east of Qatar. To watch the Perseids meteor-shower, a rare lineup of venus, the crescent moon and Jupiter and finally the sunrise. The experience was memorable. Not only was it the very first time, that I was able to breathe fresh, crisp air and not sweat, while being outside. It was also the first time, that I managed to go somewhere dark, to specifically watch shooting stars. We arrived just before dawn and thus the sky lit up quickly and replaced one spectacle just by another. The strong sun, that was fighting some fog and only appeared a little bit above the horizon. Since I cared more to enjoy the scenery, I didn’t bother to set up a proper camera, in order to get the moon and planets on photo.

I can frankly say, that the location is one of the most beautiful landscapes that has both desert and sea and in fact to my knowledge it is one of the only two places worldwide, where the desert sand-dunes actually reach into the open sea. Namibia is the other one.
Even more so was I shocked when I saw that certain spots of the dunes were heavily polluted by trash and charcoal. Some people seem to not appreciate this natural beauty that can be spoiled quickly if they continue to leave their rubbish just on the ground. It is tempting to believe, that the wind will eventually bury the trash just like in a landfill. The truth is that it will only reappear a while later a little further down the beach. What I specifically hated were the broken glass bottles that render a walk in the soft sand with bare feet a treacherous affair.

The care-packages that were handed out during the Iftar drive

Jump to the english text

Auf Einladung eines Freundes habe ich gestern eine Freiwilligengruppe von rund 70 Leuten beim alljährlich veranstalteten Iftar-Drive verstärkt. Die Idee ist, an zwei prominenten Kreuzungen mit kleinen Versorgungspaketen zu stehen und diese kurz vor Fastenbrechen an die Autofahrer abzugeben, welche aufgrund ihres Berufes oder anderer Verpflichtungen nicht pünktlich zum eigentlichen Iftar gehen können. Die Pakete enthielten Wasser, Datteln, Saft und ein süßes Gebäck wie Mammoul.

Etwa anderthalb Stunden vor der Aktion wurden die mehrere Tausend Päckchen auf etwa zwei Dutzend Autos verteilt und die verschiedenen etwa 5 Köpfe starken Teams postierten sich an allen Bereichen der beiden Straßenkreuzungen. Von den Einheimischen werden diese nach den jeweils landschaftsprägenden Bauwerken nur Ramada Intersection und Toyota Towers Intersection genannt. Gegen 18:30 waren unzählige Autos versorgt und unsere Vorräte aufgebraucht.

Auch wenn das ganze einen karitativen Charakter hatte, setzen sich die Empfänger aus ganz unterschiedlichen Gruppen zusammen. Es gibt die Busse voller Bauarbeiter, die mit diesem Paket tatsächlich eine für sie außergewöhnliche Gabe erhalten. Die Dankbarkeit und das Lächeln dieser Gruppe war mit abstand am größten und hat die Mühe und Anstrengung und eingeatmeten Abgase vielfach kompensiert. Daneben gab es aber auch einfach Familien oder Einzelpersonen, welche alle Arten von Fahrzeugen fuhren.

Etwas paradox erschien mir unsere Aktion, wenn der Empfänger in einem teuren und dicken Fahrzeug saß. Aber, auch diese dicken Autos haben ihren Fahrern kein pünktliches Eintreffen zuhause ermöglicht. Somit war die ursprüngliche Absicht erfüllt.

Auch wenn die Freiwilligengruppe «Qatar Volunteers» noch keinen offiziellen Status hat, besitzt sie jedoch eine große Mitgliederzahl. Andere Aktionen sind das Verteilen von Trinkflaschen an Straßenarbeiter, die keinen Sonnen- oder Hitzeschutz besitzen, das Verteilen von warmer Kleidung an Straßenarbeiter im Winter, Blutspendeaktionen und so weiter. Die gestrige Aktion wurde wohlgemerkt alleine von den Freiwilligen selbst finanziert und ohne professionelle Hilfe durchgeführt.

Verglichen mit den Problemen in sehr viel weniger entwickelten Ländern, scheinen diese Gesten auf den ersten Blick eher klein zu sein. Jedoch ist alleine die Existenz einer humanitären Gesellschaft in diesem kleinen jungen Land ein Zeichen der Hoffnung. Hoffnung auf eine Zivilgesellschaft, in der Niemand durch das soziale Raster fällt. Für manche Menschen hier gibt es noch Verbesserungspotential. Ein Beispiel dafür sind manche Straßenarbeiter, die schutzlos der Sonnenhitze ausgesetzt sind und nichts zu trinken bei sich führen [dürfen]. Ich muss an der Stelle aber darauf hinweisen, dass auch der Staat Qatar große Summen Geld für karitative Zwecke ausgibt. Dazu gehören auch zahlreiche klimatisierte Zelte, in denen Jeder  das Fasten kostenlos und in Gesellschaft brechen darf.

Insbesonders wenn die großen Ziele und die Visionen der qatarischen Vordenker irgendwann einmal realisiert sind, kommt es um so mehr auf Grass-Roots Initiativen wie den Iftar Drive und ähnliches an. Genauso wie die Aktion selbst, gefiel mir die große Anzahl unterschiedlicher Nationalitäten, die daran beteiligt waren. Ich hatte den Eindruck der «Vereinten Nationen» der ganz normalen Leute.

The supplies comprised of dozens of large bags and many small bags

More volunteers at the “Toyota-Towers intersection” in Doha, waiting to begin.

One of the volunteers handing a package to drivers at the intersection “Toyota Towers”

Another volunteer

// English

Following the invitation of a friend, I joined a group of volunteers at the annual Iftar charity drive yesterday. The idea is to position many volunteers at two prominent intersections just before Iftar with a huge supply of care packages and hand it out to people who are still out on the street and cannot make it home in time. This applies for some construction workers who have to work in the evening due to the daytime-heat, but also to all the other people who have binding obligations.  The packages contained water, dates, juice and pastries like Maamoul.

Just about an hour before the event, all the packages were divided between the many cars and people that have been involved. Then the teams of usually five people would take their places at the various spots of the intersections. We began to hand out the packages around 6 pm and by 6:30 everything but huge empty bags had gone. Sometimes the recipients would be sitting in luxury cars. While that might have seemed a little odd at first, it was not really wrong. These luxury cars did not help their “poor” owners to be at home with their families and have Iftar. We could have started the entire action a little later, to make sure, that we reach more people that really would not have made it home at all.

I did enjoy to have a completely new experience in Doha. To be honest though, the most rewarding moments of the happening were the smiling joyful faces of the hardest-working, least paid construction workers in their buses without A/C, when I handed them the food. Just any of these happy faces made up for the exhaustion of standing in the middle of a hot, overcrowded and over-poluted intersection. It also helped me realize, that some of the street workers spend whole days in this dangerous and unhealthy environment. Yet I felt, that really everybody was quite thankful about our small gift, regardless of the car, job, age or nationality.

Although “Qatar Volunteers” is not yet officially accredited, it has a few hundred participating members. The activities spread throughout the year. My impression is, that every event aims at creating public awareness of certain conditions in the Country. Really impressive is the fact, that everything was sponsored completely by the volunteers themselves. The existence of a humanitarian society that involves mainly grass-roots activities like this, is a significant sign of hope on Qatar’s self-proclaimed quest of becoming a modern role-model country for others.

What I also liked a lot  about the Iftar drive, was the multi-nationality of the activists. I can’t even remember all the countries that were represented. This is like the UN reenacted by ordinary people like you and me.

find more photos here.

Wadi

For english text

Ein Wadi (وادي) ist ein trockener Bach oder genauer gesagt ein Regenabflussbett, welches nur nach Regen Wasser führt. Der in Qatar in der Regel nur auf wenige Wintertage konzentrierte Regen, kann von der ausgetrockneten Erde nur schlecht absorbiert werden und fließt somit rasch in den Vertiefungen zu kleinen Flüssen heran. Manche dieser Wadis enden in Oasen, manche münden ins Meer. In Ländern mit Gebirgen kann es fern des Regens auch inmitten von Wüstengebieten zu einer Springflut kommen, die jährlich zahlreiche Menschen das Leben kostet. Da Qatar aber eine sehr flache Topografie aufweist, ist das Risiko beinahe auszuschließen.

In Doha gab es früher Wadis, die über einen längeren Zeitraum im Winter mit Booten befahrbar waren. Heute jedoch sind deren Überreste aber meist zugeschüttet und durch Straßen und Gebäude überbaut. Ein modernes Kanalsystem hat die Funktion der Wadis übernommen.

In einer autofreien Fiktion kann ich mir gut eine Wüstenhafenstadt mit einem Kanalsystem vorstellen, welches neben einer bequemen Transportsystem auch eine das Klima regulierende Wirkung hat. Nicht so umfangreich wie in Venedig, aber doch als landschaftsprägendes Element.

Ein nur bedingt befriedigender Ersatz ist ein Einkaufszentrum in Doha, in dem man mit originalen venezianischen Gondeln Shoppen “fahren” kann, inklusive gewölbtem Himmelszelt und “europäischen” Fassaden. Sollte je ein kostengünstiges und energieeffizienteres Verfahren zur Entsalzung von Meerwasser erfunden werden, will ich auch nicht ausschließen, dass Qatar sich einmal zu einer durch und durch grünen Landschaft verwandelt.

// English

A wadi (وادي) is the arabic name for a valley or dry riverbed, that only contains water after rainfall. Even though the water seldom travels far due to the porous materials, that will absorb it quickly, the water can originate from distant mountains and produce flash-floods. They are responsible for several deaths worldwide. Due to the absence of mountains the risk of flashfloods is significantly lower. Some of the Wadis just end in the middle of the desert, some lead directly into the sea.

In the past, there were a few Wadis in Doha that could be travelled by boats. Traders used this effortless means of transport during the winters. But nowadays, most of the wadis have been filled and replaced by a modern sewer systems.

When I try to picture a more reasonable alternative to the current car traffic-oriented city-planning in Doha, one of the first things that come to mind is a system of channels. It could be filled with sea-water and regulate the climate through evaporation and through the replacement of the heat-absorbing and conserving paved streets. Even though this seems a little utopian now, it is certainly an interesting idea, that draw some inspiration from the wadis.

Today, if you would like to sit in a boat in urban Doha you could either roam the bay in a yacht or head to the shopping-mall Villagio in the southwest of the city. Once you were able to sit in an original venetian gondola and check out the stores while being on the water. Yet the mall remains closed. Rumor has it, that despite the terrible fire-accident that occured there and killed several people, it might reopen its doors to the public at least in some parts soon. Until then, if you want to experience the outdoors, you have to hop on a SUV and drive into the desert or to one of the many beautiful beaches.

Pakistanian BBQ

the kitchen of a very nice pakistanian restaurant where we had iftar with a group of about 50 people. Great. No long post today.

Q a T a R

So wird Qatar auf Arabisch geschrieben. Hier ein Beispiel dreier Lichtskulpturen im Kulturdorf Katara.

//English
The word Qatar in Arabic.

Zum ersten Mal teile ich einen Post über die Erfahrungen mit Ramadan in Marokko. Interessant und humorvoll geschrieben…
// English
The first time that I will share a post about another person`s experience with Ramadan, this is from Morocco. Interesting and humorous.

Life in Marrakesh

This year Ramadan runs from about July 20th to August 19th, so right in the middle of summer holidays.  Marrakesh is usually bursting with tourists at this time of year, despite the scorching heat.  I have seen groups of sunburned, dazed and confused looking tourists walking around, probably not too sure about what’s going on, except that Macdonalds seems to be the only restaurant open for lunch.

What’s going on is that everyone is fasting from 4 a.m. to 7:35 p.m.  and that each individual is in a somewhat different state, and the whole country has collectively shifted gears.  I can only imagine what it must be like to experience this as an outsider, but I’ve tried to put together some points here that might help you make sense of it.

1-Don’t pity us.  Yes, I know it’s 47 C outside here in Marrakesh (that’s 118 F)  and you can…

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Doha bei Nacht

Dohas Skyline bei Nacht. Blick von der Uferpromenade aus aufgenommen. Im Vordergrund liegt ein Dhow genanntes traditionelles qatarisches Boot. Man kann es mieten und bei musikalischer Untermalung durch die Bucht gondeln. Manche Menschen rauchen dabei gerne Shisha oder trinken Tee. Die qataris, die etwas von sich halten und die qatarischen Traditionen wertschätzen, besitzen hingegen eine eigene Dhow. Diese werden dann für Angeltouren, zum Baden und für Übernachtungen auf dem Wasser genutzt.

// English

Doha`s Skyline  with a view from the Corniche. You can see one of the traditional boats of qatar. They are called dhow and can be rented in this case. Many qataris own one themselves and love to take it out to the sea to fish, swim and even stay overnight. Due to the heat in summer, this is more common in winter, but a few friends of mine go during these days despite the steamy heat.

Eine der zahlreichen Leckereien nach dem Abendgebet, die gereicht werden wenn die Familie meiner qatarischen Freunde noch zusammen sitzt und über den Tag und die persönlichen Dinge spricht und Tee oder arabischen (grünen) Kaffee trinkt. Die Datteln stammen aus einer der größten Oasen Saudi Arabiens und haben unbeschreiblich gut geschmeckt.

// English

When the evening prayer is finished, my qatari friends sit with their brothers (plus friends like me and others) and enjoy both sweets and sweet tea and arabic coffee (not just because they use arabica beans, but because it is green infused with spices lie green cardamom and almost transparent in the glass). Fortunately they are somewhat healh-concscious and love dates, which are also described as one of the important parts of Ramadan by their Prophet. In this case the dates tasted indescribably tasty. Even though dates usually might not look all that appealing, any patisseur would have to come up with his very best creation to get even close to dates like this taste-wise.

 

Dhow

Heute werde ich nur eine kurze Empfehlung für eine Ausstellung und den dazugehörigen Webauftritt geben. Anlässlich der olympischen Spiele 2012 zeigt die Qatar Museum Authority den symbiotischen Erfolg der vergangenen Spiele und der darüber berichtenden Medien anhand von diversen Exponaten. Sozusagen als live Exponat werden zusätzlich auf einer Leinwand die aktuellen Spiele übertragen. Das in der Ausstellung Erfahrende kann also direkt am lebenden Objekt überprüft und hinterfragt werden. Großartig!

Es gibt einige interessante historische Hintergründe und Bilder auf der begleitenden Website

 


Jump to the english text

Vor kurzem habe ich es endlich geschafft, zu den veränderten Öffnungszeiten das Museum für Islamische Kunst wieder einmal von innen zu besichtigen. Dieser bereits in meinem Artikel vom 30.Juli beschriebene Bau ist von innen nicht weniger beeindruckend als von außen. Persönlich gefällt mir der Innenraum sogar noch besser, da erst von dort die gesamten Dimensionen des hallenartigen (50m hohen) Atriums erfasst werden können. Zusammen mit einem befreundeten Architekt, mit dem ich auf Entdeckungsreise gegangen bin, haben wir uns an den zahlreichen zu entdeckenden Details auch nach über einer guten halben Stunde kaum sattsehen können.


Wo auf den ersten Blick Atrium den Ausstellungen die Show stehlt, sind die Ausstellungsräume selbst schlicht, dunkel und geben den Objekten mithilfe von Spotlichtern die gebührende Inszenierung. Auffallend sind die verbauten Materialien für Decke, Wände, Geländer und Raumteiler. Gefräster Granit, gebürstet Holz, ein nicht genauer definierbares perforiertes kunstharzähnliches Material und das allgegenwärtige Glas der Vitrinen, das durch die Dunkelheit der Räume fast unsichtbar wirkt.

Eine kleine Vogelstatue aus massivem Gold, besetzt mit diversen farbintensiven hochkarätigen Edelsteinen

Wie fast überall in Qatar ist der Innenraum sehr stark klimatisiert, weshalb ein Besuch recht ermüdend ist und ich selten mehr als einen kleinen Ausschnitt der Ausstellungen anschaue. Ein kleiner Geheimtipp, zumindest zur Ramadanzeit ist das kleine Café im Atrium vor dem fünfstöckigen Fenster mit Blick auf die Bucht und speziell die Skyline Dohas. Es gibt dort keinen Shisharauch es ist angenehm ruhig und man findet problemlos einen Parkplatz. Wer je einen Dohabesuch wagt, sollte unbedingt einen Ausflug in dieses Museum einplanen. Es bleibt spannend, was Qatar zukünftig an weiteren sehenswerten Museen aus dem Ärmel zaubert.

 

// English

Despite the Ramadan timing I’ve recently finally managed to visit the Museum of Islamic Art from the inside once again. This building, that I already described in my previous post, is no less impressive from the inside than from outside. Personally I like the interior even better than the exterior. It is only there that you can grasp the overall dimension of the (50m high) atrium that has a dome at the top. Together with a fellow architect, with whom I went this time, we had to make an effort to discover all the little details.

While the entrance attempts to steal the show from the exhibits, once in the exhibition halls, the picture changes. The rooms are simple, dark and give the objects the proper staging using spotlights. I like to remark the the materials used for ceilings, walls, railings and partitions. Carved granite, brushed wood, and an unknown perforated artificial resin-like and sound-absorbing material are accompanied by the very present glass of the display cases, which becomes almost invisible, due to the darkness of the rooms.

Like almost everywhere in Qatar, the interior is air conditioned down to arctic temperatures, which is in contrast to the blistering heat outside. Thus a visit to the MOIA is quite tiring in my opinion and this lets me rarely look at just a small part of the exhibitions in one visit. A good tip, at least during Ramadan is the small cafe in the atrium, which overlooks the bay with a backtrack of Doha`s Skyline. Furthermore there is no smoke from the usual hookahs, it is quiet and you have no trouble to find a parking spot. All not quite the standard in Doha.

If you ever want to visit Doha, I highly recommend you to plan a trip to the Museum of Islamic Art.
See the rest of the photos at the top

Wenn sich Konversationen in der Vergangenheit um Qatar drehten, dann war die Qatar Foundation ziemlich sicher eine der qatarischen Institutionen, die meine Gesprächspartner kannten. Warum? Vielleicht liegt es am historischen Sponsorenvertrag mit dem FC Barcelona, übrigens der erste in der 113 Jahre langen Clubgeschichte. Vielleicht liegt es an dem seit wenigen Jahren ausgeschriebenen WISE Preis für Bildung über gut 400.000 €, oder dem drumherum stattfindenden WISE Gipfel für Exzellenz in der Bildung. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der schieren Größe der Investitionen, die durch die Qatar Foundation bisher getätigt wurden. Zurück zum Anfang, was ist die QF überhaupt?

1995 vom qatarischen Staatschef Sheikh Hamad bin Khalifa Al Thani als halbprivate Stiftung gegründet, strebt QF die Entwicklung der qatarischen Gesellschaft von einer Rohstoff- hin zu einer Wissensgesellschaft an. Insbesondere über Investitionen in eine Bildungs- und Forschungsinfrastruktur. Neben der Ansiedelung von Ablegern einiger, überwiegend US-amerikanischer, Topuniversitäten geht es aber auch um Grundlagenarbeit wie die Erhöhung der Alphabetisierung und  das Bewahren des kulturellen Erbes Qatars.

Zugegeben, das klingt nicht nur ambitioniert, sondern ruft auch so manche Kritiker auf den Plan. Eine schon öfter gehörte Meinung reduziert die Ziele der QF auf medienwirksames philanthropisches Schaulaufen.

Weniger bekannt, aber vermutlich nicht weniger wichtig sind beispielsweise die Zusammenarbeit mit Wikimedia zur Unterstützung einer wachsenden arabischen Wikipedia, eine Initiative zur Ansiedelung einer Solarindustrie in Qatar oder Aufklärungskampagnen über Diabetes (eine stark verbreitete Krankheit in Qatar).

Würde das Fortbestehen der starken Universtitätsgeschichte, die Europa in Jahrhunderten erhielt, durch die kräftige und einseitige Geldspritze eines ressourcenreichen Landes wirklich bedroht? Die Tatsache, dass der Großteil der zunächst hier angesiedelten Universitätsableger aus Nordamerika stammt, kann das nordatlantische Kräfteverhältnis im Bildungssektor tendenziell sogar weiter zu Europas Ungunsten verschieben. Bildungseinrichtungen aus dem deutschsprachigen Raum kooperieren bislang erst sehr zaghaft in vereinzelten Projekten mit Qatar. Ich halte es daher für überfällig, bei den Trägern in der Heimat für eine Expansion zu plädieren. Auch wenn dies auf den ersten Blick eine Aufgabe der Politik zu sein scheint, könnte ein starker Impuls zur Zusammenarbeit auch von den Einrichtungen selbst, und dort von den Professoren und Studenten ausgehen. Dafür sprechen meine Erfahrungen in internationalen Projekten verschiedener Hochschulen. Die Frage bleibt: unter welchen Umständen gelingt eine Kooperation über den einseitigen Geldfluss von der einen und den einseitigen Ausverkauf des Wissens von der anderen Seite hinaus? Mein Fazit: Durch die Kooperation europäischer Universitäten und Museen mit Qatar werden die Möglichkeiten des länderübergreifenden Erkenntnisgewinns nicht nur auf akademischen Niveau erweitert; diese Kooperationen können auch zu einem interkulturellen Dialog führen und die gegenseitig existierenden Vorurteile abbauen.

Trotz der heutigen Aktivitäten ist es ein formuliertes Ziel, dass Qatar sich irgendwann in der Zukunft aus eigener Kraft und mit heimischen Fachkräften, international angesehene Bildungs- und Forschungseinrichtungen schafft. Bis dahin wird jedenfalls noch viel Wasser aus dem persischen Golf verdunsten. …

Äußerlich sichtbar sind die Aktivitäten der QF vor allem an den zahlreichen Bauwerken der sogenannten Education City. Für architektonisch erwähnenswert halte ich neben den erwähnten Universitäten insbesondere das Technologiezentrum (QSTP), Das Kongresszentrum (QNCC), das Sidra Medizin- und Forschungszentrum (SMRC) und das Al Shaqab Reitzentrum (ASEC). In ihrer respektiven Domäne handelt es sich bereits architektonisch um Weltklasseeinrichtungen. Es würde mich nicht wundern, wenn die inneren Qualitäten ebenfalls herausragend sind oder im Fall vom noch nicht eröffneten Sidra noch werden.

Das ist erst der Anfang. Das größte im Bau befindliche Projekt der Qatar Foundation ist derweil Msheireb. Ein Stadtviertel am historischen Ortskern Dohas. Weitere Informationen dazu finden sich in meinem älteren Artikel.

Derweil ist die Qatar Foundation nicht nur einer der größten Investoren in Qatar, sondern auch einer der attraktivsten Arbeitgeber Qatars, der keinen direkten Bezug zur Öl- oder Gaswirtschaft hat. Für weitere Infos auf Englisch könnt ihr ebenfalls die Website besuchen.

Als Schlussgedanken möchte ich das Potential einer Zusammenarbeit mit der QF für Deutschland skizzieren. Heutzutage konzentriert sich der Gewinn Deutschlands überwiegend auf den Export von Kfz, Anlagen, und Maschinen und zahlreiche deutsche Firmen sind im Anlagenbau und der Bauwirtschaft tätig. Das auswärtige Amt benennt für die Importe ein Außenhandelsüberschuss von gut 1,1 Mrd. € (2010).
Dieser könnte sich mit dem geplanten U-Bahnsystem in Doha, einer aufkeimenden Solarindustrie und den weiteren geplanten Bauvorhaben für die Fußballweltmeisterschaft 2022 nochmals drastisch vergrößern.

Sollte Qatar der Bau einer Gaspipeline nach Europa gelingen (was erst nach Beenden der Umwälzungen in Syrien möglich sein dürfte), wird das Ungleichgewicht nochmals explodieren. [Als Randnotiz: dies ist eine mögliche Erklärung für Russlands andauernde Unterstützung des syrischen Regimes.]

Im Gegensatz zum Export technischer Güter, ließe sich auch deutsche Kultur nach Qatar bringen. In Form von Brötchen, Brot und alkoholfreiem Bier. Obwohl…, das Bier, welches sich hier vornehm Malzgetränk nennt, gibt es ja bereits. Bleiben also die Backwaren. Da die deutsche Bevölkerung in Qatar allerdings recht überschaubar ist, bliebe ein Erfolg von Roggenbrötchen und Sauerteigbrot ungewiss…

Bowling und Klimaanlage – Bowling and A/C //

 

Einkaufen und Eislaufen – Shopping and skating //

 

Ruinen und Kolonialrequisiten – Ruins and requisites //

 

Fastfood und Lieferservice – Fast-food and free delivery //

 

Fasten und Festmahl – Fasting and feast //

 

Parkplätze und Pkw – Parking and Cars

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Bei der Entdeckung der oben gezeigten Keramikfliesen fühlte ich mich ein wenig nach Jerez de la Frontera oder Granada in Andalusien erinnert. Die dortigen Beispiele orientalischer Ornamentik sind bisweilen an Kunstfertigkeit nur schwer zu übertreffen. Jedoch gefiel mir der verspielte Stil dieser handbemalten Kacheln hier in Doha. Besonders beim zweiten Bild habe ich den Eindruck, dass abstrakte beinahe zeitgenössische zeichnerische Darstellungen von Naturelementen zum Einsatz kamen. Die Fassade erhält so ein harmonisches, konsequentes und doch interessant verspieltes Gesamtbild.

In Erinnerung an meine Reflektionen über die Kunst und das arabische Geld kann ich auch hier erfreut feststellen, dass Kunst, Architektur und Geld sich nicht zwangsläufig in die Geschmacklosigkeit oder gar Beliebigkeit vereinen.


English summary

The pictured ceramic tiles instantly reminded me of my visit to the andalusian cities Jerez de la Frontera and Granada with its marvelous palace  La Alhambra. Even though the many examples of tiles there seem to be unparalleled in craftsmanship and beauty, i did really like the playfulness in this find in Doha. Of course, there was a lot of money involved, back then in the south of spain, and now on the arabian peninsula.

Diese Frage haben sich nicht nur zahlreiche Eltern gefragt, deren Kinder den abendlichen Gutenachgruß durch diverse Taktiken möglichst weit nach hinten schieben. Auch als gelegentlicher Nachtschwärmer habe ich mich das schon öfters gefragt. Die Feldstudie über Schlafentzug wurde dabei bislang in erster Linie durch Ausflüge in die großstädtische Nachtszene oder Besuch bei oder von Freunden und schließlich der Partnerin übernommen. Seltener waren Überstunden im Job und intensivere Phasen des Studierens oder die Lektüre eines fesselnden Buches. Da dies für den Großteil der Zeit nicht dem Alltag entsprach, oder zumindest in der Regel dazwischen ausreichend viele Nächte der Erholung lagen, möchte ich gerne feststellen, dass ich bislang verantwortungsvoll mit meiner schlafabhängigen Energie umgegangen bin.

Jetzt ist es Ramadan und die Uhren, bzw. der tägliche Rhythmus meiner Umgebung, scheint plötzlich anderen Gesetzen zu gehorchen. Aufgrund des Fastens und der für viele Leute reduzierten Arbeitszeit und Ferien etlicher Staatsangestellte, scheint das öffentliche Leben tagsüber weitgehend zum Erliegen zu kommen. In einem anderen Maßstab könnte ich das Gefühl gut mit dem Bild des verschlafenen südspanischen Dorfes zur Siestazeit illustrieren. Und sehr vergleichbar mit dem Wandel zur abendlichen Fiesta beginnen hier in Doha die öffentlichen Aktivitäten kurz vor dem Abendessen zu explodieren.

Zunächst kann man Leute beobachten, die in ihren Autos, müde und hungrig vom Tag, in großer Eile zum Fastenbrechen fahren. Etwas später kann man dann gestopft volle Cafés erleben. Auch die Straßen sind voll. Und das obwohl das Klima abends noch unangenehmer wird, als tagsüber. Sobald die Temperatur nach Sonnenuntergang nur wenige Grad sinkt, steigt die relative Luftfeuchtigkeit ins garantierte Schwitzniveau.

Anstelle der in Europa populären Heizpilze gibt es hier Kühlpilze, oder genauer gesagt Außenklimaanlagen. Diese erzeugen zwischen den beiden Enden der Außensitzbereiche einen Luftstrom etwas kühlerer Luft und sehen aus wie eine Mischung aus eckiger Flugzeugturbine und Industrielüfter. Unterstützung bekommen diese von einer Armada an Ventilatoren mit integrierten Wasserzerstäubern. Und doch hält die Hitze die Menschen nicht davon ab selbst auf den unklimatisierten Märkten wie dem Souq Waqif abends leidenschaftlich gerne einkaufen zu gehen.

Als Folge dieser Umstände und meines Bedürfnisses nach sozialem Leben hat sich auch mein Schlafrhythmus deutlich in die Nacht verlagert. Da sich das Aufstehen aber nur begrenzt nach hinten verschieben lässt, schlafe ich einfach viel weniger als sonst. Selbst bei der Intention der gelegentlichen frühen Nacht rauben mir entweder eine im ganzen Haus herumflitzende Maus oder interessante aber langatmige Diskussionen über Religion weiteren Schlaf. Wenn ich dann aber im Bett liege, leistet mir die geräuschvolle Klimaanlage noch ein modernes und ziemlich monotones Gutenachtlied.

Auch da der großmütterliche Rat anders lautet und einige Wissenschaftler die angebliche Wichtigkeit regelmäßigen und frühen Schlafens betonen, frage ich mich, wie die Gesellschaft hier dauerhaft so funktionieren kann.

Ich verabschiede mich in eine schwüle und kurze Nacht, oder was davon noch übrig ist.

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Eine Fotoserie, die ich vor kurzem begonnen habe, handelt von den in Qatar stehenden Moscheen. Dabei möchte ich nicht nur die beeindruckendsten oder größten Beispiele aufführen, sondern einen möglichst vollständigen Überblick über die verschiedenen architektonischen Stile schaffen.

Jedoch beginne ich die Serie mit zwei Extremen und einer eher normalen Moschee. Die erste fand ich in einem eher armen Dorf nördlich von Doha in welchem mir keine Qataris begegneten. Die Zweite befindet sich Inder weiteren Nachbarschaft meiner Wohnung, die dritte ist die Imam Muhammad Ibn Abdul Wahhab Masjid. Es ist die größte und wahrscheinlich auch prunkvollste Moschee und bietet bis zu 10,000 Gläubigen Platz.

Allerdings ist es wichtig zu bemerken, dass die Größe der Moschee für Muslime keine Auswirkung auf die  Wichtigkeit oder Wertigkeit der Gebete hat, entscheidend ist das Gebetsritual selbst, dass sogar draußen, möglichst auf einem Gebetsteppich vollzogen wird. Die Gebete zum Eidfest, am Ende des Ramadans werden sogar traditionell bis heute noch draußen vollzogen. Für die nicht arabisch sprechenden: Moschee auf arabisch heißt „masjid”

English summary:

I recently started a photographic series about the mosques of Qatar. I will not just focus on the extremes, in terms of size, richness or photographic attraction. I want to create an overview about all architectural styles in the Country.

Nevertheless I will begin with the biggest mosque in the country (The Muhammad Ibn Abdul Wahhab Masjid), one of the smallest I have seen so far and the average neighborhood mosque. It is not that common though, to find two minarets. Most mosques just have one. For the non arabic speakers: masjid means mosque. The Muhammad Ibn Wahhab Mosque offers room for up to 10.000 people.
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